D.M. Lloyd-Jones ''privat''

Ein Familienporträt
Christopher Catherwood
D.M. Lloyd-Jones ''privat''

D.M. Lloyd-Jones ''privat''

Ein Familienporträt
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  • 863879000
  • 978-3-935188-79-1
  • 3L Verlag
  • 1. Mai 2010
  • 186
  • Paperback, 13,5 x 20,5 cm
Diese Biografie wurde von Christopher Catherwood geschrieben, dem Enkel des bekannten Predigers... mehr
Diese Biografie wurde von Christopher Catherwood geschrieben, dem Enkel des bekannten Predigers aus der Westminster Chapel in London. Als Familienmitglied erlebte er seinen Großvater aus nächster Nähe. Und gerade das macht diese Biografie so reizvoll, weil sie sich nicht primär auf das konzentriert, was D. Martyn Lloyd-Jones alles getan und in seinem Leben geleistet hat, sondern vielmehr darauf, wie er als Mensch war. Was für eine Persönlichkeit war er im Umgang mit Freunden und vor allem mit seiner Familie? So lernt der Leser diesen bekannten Prediger von seiner privaten Seite kennen und betrachtet ''den Doktor'' und das, was er lehrte, aus der Perspektive derer, die ihm am nächsten standen - seiner eigenen Familie. Und das hält so manch eine Überraschung bereit!
Im ersten Teil des Buches schildert Christopher Catherwood die Kindheit von Lloyd-Jones in Wales bis hin zu seiner Eheschließung mit Bethan und seinem ersten Wirken als Pastor in Aberavon. Der Leser erfährt auch, wie es dazu kam, dass sich dieser brilliante Arzt gegen eine Karriere und Laufbahn als Mediziner entschied, um stattdessen in den geistlichen Dienst zu gehen und das Evangelium zu verkünden.
Der Hauptteil des Buches umfasst die Jahre 1939-1968, wobei sich der Autor auf fünf Schwerpunkte konzentriert: Dem Wirken von D. Martyn Lloyd-Jones als Pastor und Prediger der Westminster Chapel, der Westminster Bruderschaft und Puritanischen Konferenz, seinem Engagement für die internationale Gemeinschaft evangelikaler Studenten (IFES), seinem z.T. umstrittenen und mitunter missverstanden Buch ''Unspeakable Joy'' (dt. ''Und volle Freude bricht auf'') sowie seinem Anliegen bezüglich wahrer, evangelikaler Einheit.
Im Schlussteil geht es um die letzten Lebensjahre. Das Buch endet mit einer ergreifenden Beschreibung von Lloyd-Jones als liebevollem und fürsorglichem Großvater.

Rezension von Wolfgang Bühne

D.Martyn Lloyd-Jones (1899 - 1981) war einer der bekanntesten Prediger und Bibellehrer des 19. Jahrhunderts. Er hatte nie Theologie studiert, sondern eine erfolgreiche Karriere als Mediziner vor sich, auf die er aber nach seiner Bekehrung verzichtete. Dreißig Jahre lang predigte der „Doktor“ in der „Westminster Chapel“, wobei er fast ausschließlich fortlaufend Bücher der Bibel auslegte. Sie erschienen später überarbeitet als Predigtbände in vielen Sprachen und wurden bis heute immer wieder neu aufgelegt. Er war Gründer des Verlages „Banner of Truth“, der bis in unsere Zeit vor allem die Werke der Puritaner und Erweckungsprediger herausgibt.
In dieser Biographie wird sein Leben aus der Sicht seines Enkels geschildert, sodass man diesen unbeirrten Kämpfer für die biblischen Wahrheiten auch als liebevollen Ehemann, Vater und Großvater kennen lernt.
Lloyd-Jones litt zeitlebens darunter, dass „ein Großteil der Theologie unter modernen Evangelikalen entweder korrekt, aber trocken, oder leidenschaftlich, aber nichtssagend ist“. Er selbst wurde bekannt als ein Prediger, der sowohl logisch wie auch leidenschaftlich-emotional die großen Wahrheiten der Bibel verkündigte und dadurch sonntäglich eine sehr große und bunte Zuhörerschaft erreichte.
Einer seiner „geistlichen Söhne“, der bekannte evangelikale Theologe J.I. Packer, schrieb über ihn: „Er verkörperte die ´Herrlichkeit´ und brachte sie zum Ausdruck - die Herrlichkeit Gottes, Christi, des Evangeliums, des christlichen Dienstes, der Menschheit nach der neuen Schöpfung - reicher, als ich sie bei jedem anderen Menschen, den ich kennen gelernt habe, antraf. Niemand kann einem anderen eine größere Gabe schenken als einen Eindruck von dieser großen Herrlichkeit. Ich stehe für immer in seiner Schuld“ (S. 132).
In den letzten Jahren seines Lebens kam es zu einer schmerzlichen Auseinandersetzung, als Lloyd-Jones die Evangelikalen öffentlich aufrief, sich von Denominationen zu trennen, die sich mit der ökumenischen Bewegung verbunden hatten. Das hatte zur Folge, dass sich einige anglikanische Freunde von ihm distanzierten - darunter u.a. auch John Stott.
Interessant ist, dass der „Doktor“ trotz seiner puritanischen Prägung kein „Cessationist“ war. Er glaubte also an die Fortdauer aller Geistesgaben und auch an die Notwendigkeit der Geistestaufe, die er aber eher als „Versiegelung“ mit dem Heiligen Geist verstand und erklärte. Das führte dazu, dass er sowohl von Charismatikern, wie auch von „Nicht-Charismatikern“ missverstanden wurde. Eine sehr interessante, mit großer Wertschätzung geschriebene Biographie, die Lloyd-Jones nicht nur als den großen Theologen, sondern auch als Menschen vorstellt.
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