Was nun, Kirche?

Ein großes Schiff in Gefahr
Ulrich Parzany
Was nun, Kirche?

Was nun, Kirche?

Ein großes Schiff in Gefahr
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  • 395792000
  • 978-3-7751-5792-6
  • SCM Hänssler
  • 12. Juli 2017
  • 208
  • Hardcover, mit Schutzumschlag, 14 x 22 cm
Was ist los in der EKD? Gottesdienste werden immer weniger besucht, viele Menschen treten ganz... mehr

Was ist los in der EKD? Gottesdienste werden immer weniger besucht, viele Menschen treten ganz aus der Kirche aus. Doch Chancen werden nur selten genutzt. Stattdessen wird die Grundlage des Wortes Gottes immer weiter verlassen, der stellvertretende Sühnetod Jesu wird als überholte Vorstellung abgetan, eine falsch verstandene Toleranz als Gebot über alles gesetzt. Schonungslos und pointiert legt der bekannte Pfarrer wunde Punkte offen. Wer das Fundament der Heiligen Schrift verlässt, braucht sich nicht wundern, wenn bald alles dem Zeitgeist preisgegeben ist. Gleichzeitig zeigt er, warum er der Kirche dennoch treu bleibt. Es gibt Hoffnung - ergreifen wir sie.

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24.08.2017

Hoffentlich führt es zur Besinnung und Neuausrichtung

Dieses Buch enthält eine geballte Ladung Kritik an der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), was ihre aktuelle theologische, ethische und auch politische Marschrichtung betrifft. Die Fakten, die U. Parzany hier darlegt, wobei er Ross und Reiter nennt, sind erschütternd und machen deutlich, wie die EKD-Führung sich ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Reformation ungeschminkt und ausdrücklich von den Grundlagen oder Säulen der Reformation distanziert und verabschiedet hat.
So zitiert er z.B. aus dem Grundlagentext des Rates der EKD „Rechtfertigung und Freiheit – 500 Jahre Reformation 2017“:
„Seit dem siebzehnten Jahrhundert werden die biblischen Texte historisch-kritisch erforscht. Deshalb können sie nicht mehr so wie zur Zeit der Reformatoren als ´Wort Gottes´ bezeichnet werden. Die Reformatoren waren ja grundsätzlich davon ausgegangen, dass die biblischen Texte wirklich von Gott eingegeben waren ... Damit aber ergibt sich die Frage, ob, wie und warum sola scriptura auch heute gelten kann.“ (S. 49-50)
Während kirchliche Autoritäten unangefochten behaupten können, dass die „... unmündigmachende Schriftbindung der eigentliche Krebsschaden ist, an dem die Kirchen leiden“, behauptet Parzany mit Recht das Gegenteil: „Der Verlust der Bindung an die Autorität der Bibel ist der Krebsschaden der Kirchen“ (S. 50) und „Wir erleben aus Anlass des Reformationsjubiläums den Versuch der amtlichen Absetzung der ´Königin´ Bibel durch die Evangelische Kirche.“ (S. 58)
Weiter zeigt der Autor, wie der „interreligiöse Dialog“ der EKD mit dem Wahrheitsanspruch Jesu nicht in Übereinstimmung gebracht werden kann und geht dann auf die „Kontroverse um den stellvertretenden Sühnetod Christi“ ein, der den Kern des Evangeliums darstellt und daher für jeden Christen fundamental wichtig ist.
Die Zitate, die U. Parzany von Theologie-Professoren anführt, die in der größten von der EKD finanzierten Zeitung „chrismon“ unwidersprochen veröffentlicht wurden, wären für mich Grund genug, unter deutlichem Protest aus dieser Kirche auszutreten – sie hat den Namen „Evangelisch“ in der Theologie und Ethik verleugnet.
In den folgenden Kapiteln werden die Problem-Themen „Homosexualität“, „Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Partner“ „Kindertaufe“ usw. biblisch beleuchtet und beurteilt, bevor der geschätzte Autor in den letzten Kapiteln darlegt, warum er trotz dieser fundamentalen Fehlentwicklungen in der EKD bleibt und inwiefern er bei den Landeskirchlichen Gemeinschaften und freien Werken eine Überlebenschance sieht.
Obwohl U. Parzany volles Verständnis für jeden hat, der aus der EKD austritt und sich einer Freikirche anschließt, ist ihm wohl bewusst, dass es auch in den meisten Freikirchen mächtig bröckelt und die gegenwärtigen heftigen Entwicklungen in der EKD in Ansätzen auch schon in Freikirchen und der Deutschen Evangelischen Allianz sichtbar werden und mit einiger Verspätung dort zu Kontroversen führen werden (siehe dazu auch die Ausführungen von Hanniel Strebel auf den Seiten 19-20 dieser Ausgabe.)
Die Gründe, die der Autor für den Verbleib in der EKD anführt, sind meist pragmatischer Art und unter anderem folgende:
- Er möchte seinem Ordinationsgelübde treu bleiben.
- Er möchte den kirchlichen liberalen Funktionären ein „Stein im Schuh“ sein und ihnen mit einem Austritt nicht einen Gefallen tun.
- Er sieht die Landeskirche nicht als eine „Ecclesia“, sondern als ein großes Missionsfeld mit vielen Möglichkeiten, das Evangelium bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen im Konfirmanden-Unterricht usw. zu predigen.
Sicher spielen bewusst oder unbewusst auch traditionelle Gründe bei dieser Haltung eine Rolle und die eigene Prägung, die U. Parzany damals in der Zeit des geistlichen Aufbruchs im Ruhrgebiet in Verbindung mit Wilhelm Busch und seiner gesegneten Jugendarbeit im „Weigle-Haus“ erhalten hat.
Natürlich kennt Parzany auch eine größere Anzahl entschiedener gläubiger Pfarrer in Deutschland, die einen gesegneten evangelistischen Dienst tun und damit Gründe für den Verbleib in der EKD liefern können.
Die große und entscheidende Frage ist jedoch , ob diese meist pragmatischen Gründe den Prinzipien des NT standhalten. Sein Ordinationsgelübde ist meines Wissens nach nicht an den Verbleib in der EKD gebunden. Und der immense geistliche Schaden, der durch liberale Pfarrer in weiten Teilen Deutschlands innerhalb der EKD geschieht, wird wohl kaum durch die relativ wenigen erfreulichen Entwicklungen durch bibelgläubige Pastoren ausgeglichen.
Dass Gott in der Vergangenheit einzelne treue Zeugen berufen hat, auch in einer untreuen Kirche Zeugnis abzulegen, dafür bieten das AT und auch die Kirchengeschichte Beispiele. Diese mahnen uns, nicht vorschnell ein Urteil zu fällen, sind aber auch nicht automatisch eine Legitimation, in einer Kirche zu bleiben, die bewusst die unfehlbare Autorität der Bibel über Lehre und Leben ablehnt.
Kein Mitglied des „Blauen Kreuzes“ würde in dem Verein bleiben, wenn der Vorsitzende ein freudig bekennender und trinkfester Alkoholiker wäre. Auch unsere vielen geschätzten Geschwister in China, die entschieden unserem Herrn folgen möchten und gleichzeitig aus praktischen Gründen bewusst ihren kommunistischen Parteiausweis behalten, verdienen wohl unsere Achtung, sollten uns aber in unserer Problematik kein Vorbild sein.
Das Heilmittel für den „Krebsschaden der Kirche“, der in diesem Buch sehr deutlich aufgezeigt wird, kann nicht durch ein paar wärmende Aufgüsse behoben werden, sondern benötigt eine Radikal-Kur an Haupt und Gliedern.
Gott schenke, dass durch die Lektüre dieses anregenden und hoffentlich auch aufregenden Buches eine Bewegung entsteht, die zumindest hier und da zur Besinnung und Neuausrichtung führt.

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