Wenn die Steine sprechen
& was Israels Feinde Ihnen vorenthalten wollen
24,90 €
| Artikel-Nr | 4111122 |
|---|---|
| ISBN | 978-3-961901-59-3 |
| Verlag | CMV Hagedorn |
| Seiten | 304 |
| Erschienen | 29.07.2026 |
| Artikelart | Hardcover, 16,1 x 23,6 cm |
Als ehemaliger Vizepräsident der City of David Foundation hat Doron Spielman zahlreiche Besucher auf einer Reise durch die Tunnel der Stadt Davids geführt. Obwohl sie oft sehr unterschiedliche politische Ansichten vertreten, sind sich diese Besucher in einem Punkt einig: Die Geschichte der Stadt Davids muss erzählt werden. Das Buch enthält im Innenteil 16 Seiten mit farbigen Bildern.
"In einer dunklen Zeit ist Doron Spielman eine unverzichtbare Stimme. Sein neues Buch ist eine wichtige und inspirierende Lektüre." – Ben Shapiro, New-York-Times-Bestsellerautor und Mitbegründer von Daily Wire
"Spielman nimmt die Leserschaft mit auf eine spannende Reise zu einer der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen unserer Zeit. "Wenn die Steine sprechen" enthüllt tiefgreifende Wahrheiten über die alten Wurzeln des jüdischen Volkes. Während diejenigen, die nicht informiert sind, diesen Zusammenhang vielleicht anzweifeln mögen, liefert dieses Buch unwiderlegbare Beweise dafür, dass das jüdische Volk auf einzigartige Weise im Land Israel beheimatet ist." – David Friedman, ehemaliger Botschafter der Vereinigten Staaten in Israel
"Ein bahnbrechender Bericht über die mutigen Menschen und die wertvolle Stätte, die der Welt die Wahrheit über Israels biblische Vergangenheit bewiesen haben. Doron Spielman führt uns durch die außergewöhnliche Geschichte der Stadt Davids und erklärt, was sie für Israel und seine Unterstützer heute bedeutet. Eine fesselnde und inspirierende Lektüre." – Dr. Michael Oren, ehemaliger Botschafter Israels in den Vereinigten Staaten
Doron Spielman, in den Vereinigten Staaten geboren und aufgewachsen, zog im Jahr 2000 nach Israel. Dort ist er als internationaler Sprecher in der Reserve der israelischen Streitkräfte im Rang eines Majors tätig. Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt er sich dafür ein, die Stadt Davids zu einer der bedeutendsten archäologischen und historischen Stätten der Welt zu machen. Er ist Absolvent des Churchill National Security Program, Senior Fellow am Herut Center in Jerusalem sowie Absolvent der University of Michigan.
| Autor: | Doron Spielman |
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10.10.26 09:16 | Henrik
Die antike Davids-Stadt
Jerusalem ist weit mehr als ein geografischer Ort. Kaum eine andere Stadt ist so eng mit der Geschichte des jüdischen Volkes verbunden und zugleich so umkämpft. Während politische und ideologische Auseinandersetzungen die öffentliche Wahrnehmung prägen, kommen unter der Erde Jerusalems immer wieder Zeugnisse einer jahrtausendealten Geschichte zum Vorschein. Was geschieht, wenn archäologische Entdeckungen nicht nur unser Geschichtsverständnis erweitern, sondern zugleich politische Narrative infrage stellen?
Dieser Frage widmet sich Doron Spielman in seinem Buch Wenn die Steine sprechen. Dabei verbindet er archäologische Entdeckungen, historische Hintergründe und persönliche Erfahrungen mit einer deutlichen politischen Botschaft: Die Verbindung des jüdischen Volkes zu Jerusalem ist keine moderne Erfindung, sondern besitzt tiefe historische Wurzeln.
Wer ist der Autor?
Doron Spielman war mehr als zwei Jahrzehnte als Vizepräsident der Stadt Davids tätig, einer bedeutenden archäologischen Stätte unmittelbar südlich der heutigen Jerusalemer Altstadt. In dieser Funktion begleitete er Ausgrabungen, führte internationale Besucher durch die historischen Anlagen und war an der öffentlichen Vermittlung ihrer Entdeckungen beteiligt.
Spielman ist weder Archäologe noch akademischer Historiker. Das stellt er selbst ausdrücklich klar. Sein Buch versteht er vielmehr als persönlichen Erfahrungsbericht, der sich auf wissenschaftliche Forschungen stützt und zugleich die politischen Auseinandersetzungen um die Geschichte Jerusalems dokumentieren möchte.
Seine Perspektive ist dabei unverkennbar israelisch und jüdisch geprägt. Besonders die Terroranschläge der Hamas vom 7. Oktober 2023 haben seine Wahrnehmung verändert. Als israelischer Reservist wurde er unmittelbar nach dem Massaker einberufen. Die dort gemachten Erfahrungen fließen in das Buch ein und verleihen seiner Darstellung eine persönliche Dringlichkeit.
Worum geht es?
Im Mittelpunkt steht die Wiederentdeckung der sogenannten Stadt Davids. Bemerkenswert ist zunächst ihre geografische Lage: Das ursprüngliche Jerusalem der Königszeit befindet sich nicht innerhalb der heute sichtbaren Altstadtmauern, sondern südlich davon. Über Jahrhunderte geriet dieser Bereich weitgehend in Vergessenheit.
Spielman beginnt seine Darstellung im 19. Jahrhundert, als britische Forscher unter der Führung von Charles Warren das Gebiet untersuchten. Was zunächst wie eine gewöhnliche archäologische Expedition aussah, entwickelte sich zu einer Entdeckung, die das Verständnis der Geschichte Jerusalems wesentlich veränderte.
Besonders anschaulich schildert der Autor die Erforschung unterirdischer Wassersysteme, alter Tunnel und gewaltiger Steinstrukturen. Immer wieder werden dabei Verbindungen zu biblischen Berichten sichtbar.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Siloah-Inschrift, die 1880 in einem antiken Wassertunnel entdeckt wurde. Sie berichtet von Bauarbeiten an einem unterirdischen Wassersystem und steht in engem Zusammenhang mit den biblischen Nachrichten über König Hiskia. In 2. Könige 20,20 und 2. Chronik 32,30 wird beschrieben, wie Hiskia die Wasserversorgung Jerusalems sicherte. Hier wird deutlich, worin die besondere Faszination biblischer Archäologie liegt: Personen, Orte und Ereignisse, die uns aus der Heiligen Schrift bekannt sind, begegnen uns plötzlich in materiellen Zeugnissen der Vergangenheit.
Doch Spielman möchte mehr als archäologische Entdeckungen vorstellen. Sein Buch verfolgt zugleich die These, dass die jüdische Geschichte Jerusalems gezielt geleugnet oder aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werde. Er setzt sich deshalb mit Aussagen palästinensischer Politiker, internationalen Institutionen und politischen Auseinandersetzungen um archäologische Ausgrabungen auseinander.
Die vier Hauptteile des Buches führen von den viktorianischen Entdeckern über die modernen Ausgrabungen und internationalen Konflikte bis zur neueren Erforschung der Stadt Davids.
Was ist besonders gelungen?
Die größte Stärke des Buches liegt in seiner Verbindung von Geschichte und persönlichem Erleben. Spielman schreibt nicht aus der Distanz eines Wissenschaftlers, sondern als jemand, der die archäologischen Entwicklungen über viele Jahre unmittelbar begleitet hat.
Besonders gelungen ist die Schilderung einer Expedition im Jahr 2010. Gemeinsam mit Archäologen und Mitarbeitern erkundet Spielman einen engen unterirdischen Tunnel, der vom Bereich des Siloah-Teiches in Richtung Tempelberg führt. Die Gruppe kriecht durch niedrige Gänge, kämpft mit Platzangst und entdeckt schließlich einen Zugang in unmittelbarer Nähe der Westmauer des Tempelbergs. Der Bericht liest sich stellenweise wie ein archäologischer Abenteuerroman. Gleichzeitig vermittelt er, wie aufwendig und herausfordernd solche Untersuchungen tatsächlich sein können. Auch die Darstellung der Siloah-Inschrift ist aufschlussreich. Spielman verbindet die archäologische Entdeckung mit dem biblischen Bericht und verweist darüber hinaus auf das sogenannte Taylor-Prisma, das die assyrische Perspektive auf Sanheribs Feldzug gegen Juda überliefert.
Solche Beispiele machen deutlich, dass die Geschichte des Alten Testaments nicht in einem historischen Vakuum steht. Die biblischen Berichte beziehen sich auf konkrete Orte, Herrscher und politische Ereignisse, die teilweise auch außerhalb der Bibel bezeugt sind. Gerade für Christen, die sich mit der historischen Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift beschäftigen, ist dieser Zugang hilfreich.
Ein weiterer Vorzug liegt darin, dass Spielman die archäologischen Funde nicht isoliert behandelt. Er verdeutlicht, weshalb die Geschichte Jerusalems bis heute politische Bedeutung besitzt. Wer behauptet, das jüdische Volk habe keinerlei historische Verbindung zu Jerusalem, muss sich mit einer umfangreichen schriftlichen und materiellen Überlieferung auseinandersetzen. Damit liefert das Buch wichtige Argumente gegen eine pauschale Leugnung jüdischer Geschichte.
Was gibt es Kritisches?
So überzeugend die persönliche Erzählweise ist, so wichtig bleibt eine sorgfältige Unterscheidung zwischen archäologischen Befunden, historischen Interpretationen und politischen Schlussfolgerungen.
Spielman verfolgt erkennbar ein Anliegen: Er möchte die historische Verwurzelung des jüdischen Volkes in Jerusalem gegen ihre Leugnung verteidigen. Dieses Anliegen ist angesichts nachweisbarer Formen des Antisemitismus und der Geschichtsfälschung berechtigt. Allerdings darf daraus nicht folgen, dass jede archäologische Interpretation automatisch als abschließend bewiesen gelten muss.
Ein Beispiel liefert die Verbindung zwischen dem sogenannten Warren-Schacht und der Eroberung Jerusalems durch David in 2. Samuel 5,8. Spielman stellt diese Verbindung recht eindeutig dar. Die genaue Bedeutung des dort verwendeten hebräischen Begriffs ṣinnôr und seine Zuordnung zu einem bestimmten archäologischen Bauwerk sind jedoch Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Hier wäre eine deutlichere Unterscheidung zwischen dem biblischen Bericht und seiner archäologischen Rekonstruktion hilfreich.
Ähnliches gilt für die Siloah-Inschrift. Sie ist ein außerordentlich wichtiges Zeugnis aus der Zeit des Alten Testaments. Dennoch nennt sie König Hiskia nicht ausdrücklich. Ihre Verbindung zu seiner Bautätigkeit ergibt sich aus der historischen Einordnung und dem Vergleich mit den biblischen Berichten. Das ist eine gut begründbare Schlussfolgerung, aber keine unmittelbare namentliche Bestätigung.
Wie ist das Buch biblisch einzuordnen?
Aus christlicher Perspektive ist besonders interessant, wie die archäologischen Funde mit dem Zeugnis der Heiligen Schrift zusammenhängen. Die Bibel beschreibt Israel nicht als eine religiöse Idee, sondern als ein Volk, dessen Geschichte sich an konkreten Orten entfaltet. Abraham zieht nach Kanaan, David erobert Jerusalem, Salomo errichtet den Tempel, Hiskia sichert die Wasserversorgung der Stadt. Diese Berichte beanspruchen, tatsächliche Geschichte wiederzugeben. Archäologische Entdeckungen können diesen historischen Rahmen erhellen und einzelne Aussagen bestätigen. Allerdings gründet die Autorität der Heiligen Schrift nicht auf archäologischen Funden. Die Bibel ist Gottes Wort, unabhängig davon, ob ein bestimmtes Ereignis bereits durch außerbiblische Quellen belegt werden konnte.
Zugleich ist zwischen der historischen Verbindung Israels zum Land und den biblischen Landverheißungen zu unterscheiden. In 1. Mose 12,1–3 und 15,18–21 gibt Gott Abraham konkrete Verheißungen. Diese bilden einen wesentlichen Bestandteil der biblischen Heilsgeschichte. Ihre theologische Bedeutung erschließt sich jedoch nicht allein aus archäologischen Funden, sondern aus der fortschreitenden Offenbarung Gottes.
Ebenso wenig darf die biblische Erwählung Israels als pauschale Rechtfertigung sämtlicher Entscheidungen des modernen Staates Israel verstanden werden. Bereits die alttestamentlichen Propheten zeigen, dass Gottes Erwählung sein Volk nicht von moralischer Verantwortung entbindet. Spielmans Buch ist deshalb vor allem als historisch-politisches Sachbuch mit biblischen Bezügen zu lesen, nicht als systematische Darstellung der biblischen Israeltheologie.
Wer sollte das Buch lesen?
Wenn die Steine sprechen eignet sich besonders für Leser, die sich für Israel, Jerusalem und die Archäologie des Alten Testaments interessieren. Auch für Christen, die ihre Kenntnisse über die historischen Hintergründe biblischer Berichte vertiefen möchten, ist die Darstellung hilfreich. Für Prediger, Bibellehrer und Mitarbeiter in der Gemeinde können die geschilderten Entdeckungen wertvolle historische Anschauungsbeispiele liefern. Allerdings sollten konkrete archäologische Deutungen vor ihrer Verwendung in einer Predigt anhand wissenschaftlicher Fachliteratur überprüft werden. Darüber hinaus spricht das Buch Leser an, die sich mit der gegenwärtigen Auseinandersetzung um die Geschichte Israels beschäftigen und verstehen möchten, weshalb archäologische Entdeckungen in Jerusalem eine derart große politische Bedeutung besitzen.
Was bleibt?
Doron Spielman gelingt es, die Geschichte der Stadt Davids anschaulich und spannend darzustellen. Besonders seine persönlichen Erfahrungen vermitteln einen ungewöhnlichen Zugang zu den archäologischen Entdeckungen. Die Verbindung von biblischer Geschichte, materiellen Zeugnissen und gegenwärtigen Konflikten macht das Buch interessant. Sein wesentliches Verdienst liegt darin, auf die historische Verwurzelung des jüdischen Volkes in Jerusalem aufmerksam zu machen und zu zeigen, weshalb diese Geschichte nicht aus politischen Gründen verdrängt werden darf. Gleichzeitig ist das Buch kein neutraler archäologischer Forschungsbericht. Spielman schreibt aus einer engagierten Perspektive und verfolgt ein deutliches politisches Anliegen. Seine Ausführungen sollten deshalb mit historischem und wissenschaftlichem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.
Vorläufige Bewertung: ★★★★☆ (4,0 von 5 Sternen, bezogen auf die Leseprobe)