Das Kreuz
| Artikel-Nr | 331090000 |
|---|---|
| ISBN | 978-3-86827-090-7 |
| Verlag | Francke |
| Seiten | 528 |
| Erschienen | 12.01.2026 |
| Artikelart | Paperback, 13,5 x 20,5 cm |
In seiner sorgfältigen Studie kombiniert der Autor eine hervorragende biblische Auslegung mit dem leidenschaftlichen Ruf an jeden Christen, in der Nachfolge des Gekreuzigten zu leben. Gleichzeitig geht er auf moderne Anfragen an die biblische Lehre des stellvertretenden Sühnetods ein. In der englischsprachigen Welt avancierte John Stotts Buch zum Bestseller und wurde zu einem modernen Klassiker.
Neuauflage 2026
| Autor: | John Stott |
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18.02.26 10:45 | Henrik
Bollwerk gegen moderne Ansätze
John Stotts Buch Das Kreuz – Zentrum des christlichen Glaubens gehört zu den Klassikern evangelikaler Theologie. Es widmet sich dem Kern des Evangeliums: der Bedeutung des stellvertretenden Todes Jesu Christi. In einer Zeit, in der das Kreuz oft moralisch, politisch oder psychologisch umgedeutet wird, stellt Stott die biblische Lehre klar, nüchtern und mit geistlicher Tiefe dar.
Wer ist der Autor?
John Stott (1921–2011) war anglikanischer Pfarrer, Evangelist und einer der prägenden evangelikalen Stimmen des 20. Jahrhunderts. Als langjähriger Leiter der All Souls Church in London und maßgeblicher Initiator der Lausanner Bewegung verband er exegetische Sorgfalt mit seelsorgerlicher Klarheit. Seine Schriften zeichnen sich durch Treue zur Schrift und verständliche Argumentation aus.
Worum geht’s?
Stott entfaltet eine umfassende Theologie des Kreuzes, die konsequent von der Schrift her argumentiert. Ausgangspunkt ist die Diagnose der Bibel: Der Mensch ist nicht primär verletzt oder entfremdet, sondern schuldig vor dem heiligen Gott. Daraus folgt die Notwendigkeit der Sühne. Stott zeigt, dass Jesu Tod stellvertretend geschah – als Opfer, das Gottes gerechtes Gericht über die Sünde trägt. Begriffe wie Versöhnung, Erlösung, Rechtfertigung und Genugtuung werden exegetisch sauber hergeleitet und theologisch zusammengeführt.
Besonders stark ist Stotts Darstellung der doppelten Dimension des Kreuzes: Gottes Gerechtigkeit wird nicht relativiert, sondern erfüllt; Gottes Liebe wird nicht sentimentalisiert, sondern konkret in der Hingabe des Sohnes sichtbar. Das Kreuz ist bei Stott weder bloß moralisches Vorbild noch politisches Symbol, sondern das objektive Heilsgeschehen.
Gerade im Gegenüber zu progressiver Theologie liegt hier ein zentraler Wert des Buches. Wo moderne Ansätze Sünde oft psychologisieren, das Gericht Gottes marginalisieren oder die Stellvertretung Christi als problematisch ablehnen, hält Stott nüchtern an der biblischen Offenbarung fest. Er widerspricht der Reduktion des Kreuzes auf „Solidarität mit Leidenden“ oder „Zeichen radikaler Liebe“, ohne diese Aspekte zu leugnen. Stattdessen ordnet er sie dem Kern unter: Christus starb für unsere Sünden.
Stotts Argumentation schützt vor einer Entleerung des Evangeliums. Wenn es keine reale Schuld gibt, braucht es keine reale Sühne. Wenn das Kreuz nur Symbol ist, verliert es rettende Kraft. Das Buch führt zurück zur Mitte: Das Kreuz ist Gottes Antwort auf die Sünde, Grundlage der Vergebung und Ursprung des neuen Lebens.
Wer soll es lesen?
Das Buch eignet sich für Christen, die die Grundlagen ihres Glaubens vertiefen wollen, ebenso für Prediger, Bibellehrer und Studenten. Auch für suchende Leser bietet es eine verständliche, durchdachte Einführung in das Herzstück des Evangeliums.
Was gibt es Kritisches?
Stott argumentiert breit und dialogisch, was dem Buch Tiefe verleiht, aber gelegentlich zu längeren gedanklichen Passagen führt. Wer eine sehr knappe Darstellung sucht, braucht Geduld. Zudem setzt Stott an einigen Stellen theologische Vorkenntnisse voraus. Inhaltlich bleibt er jedoch klar auf biblischem Fundament.
Wie kann ich das Werk nutzen?
Das Buch ist ideal für persönliche Lektüre, Predigtvorbereitung oder Lehrreihen über das Kreuz. Es hilft, zentrale Begriffe wie Sühne, Stellvertretung und Versöhnung sauber zu verstehen und gegen moderne Fehlinterpretationen zu verteidigen. Besonders wertvoll ist die Verbindung von Lehre und Anbetung: Erkenntnis führt zur Demut und Dankbarkeit. Hierzu eignet sich auch der Studienführer im Anhang. Viele Fragen helfen, sich die Inhalte und die Theologie zu erarbeiten.
Was bleibt?
Stott führt den Leser zurück zum Zentrum. Das Kreuz erscheint nicht als Randthema, sondern als Brennpunkt von Gottes Gerechtigkeit, Liebe und Heilswillen. Wer dieses Buch liest, wird neu begreifen, warum es ohne das Kreuz kein Evangelium gibt. Es stärkt die Gewissheit, vertieft die Anbetung und schärft den Blick für das, was wirklich zählt. Die Lektüre gehört in jeden christlichen Haushalt und v.a. – im Angesicht moderner Trends und Meinungen – gründlich zu studieren.