Falsche Propheten der Endzeit
Pfingstbewegung und Charismatische Bewegung im Licht der Bibel
Falsche Propheten der Endzeit
Pfingstbewegung und Charismatische Bewegung im Licht der Bibel
| Artikel-Nr | 588558000 |
|---|---|
| ISBN | 978-3-906289-58-8 |
| Verlag | Edition Nehemia |
| Seiten | 1164 |
| Erschienen | 01.06.2026 |
| Artikelart | Buchpaket, Hardcover, 16 x 23,3 cm |
Rudolf Ebertshäuser hat als ehemaliger Anhänger dieser Bewegung eine große Anzahl ihrer Bücher und Schriften (viele davon in englischer Sprache) ausgewertet und den dort vertretenen Lehren und Ansichten eine fundierte biblische Auslegung gegenübergestellt. Der Leser findet überall Belege und Hinweise auf weiterführende Literatur. Auch die wichtigsten bibeltreuen Aufklärungswerke zum Thema wurden ausgewertet und berücksichtigt.
So ist ein umfassendes Werk entstanden, das im Band 1 alle wichtigen Lehren und Praktiken der Pfingst- und Charismatischen Bewegung (u. a. Geistestaufe, Prophetie, Zungenreden, Wunderheilungen und Dämonenaustreibungen) darstellt und sie auf der Grundlage der gesunden Lehre der Bibel beurteilt. Der Leser findet auch gründlich belegte Informationen und geistliche Einschätzungen zu Themen wie charismatische Seelsorgepraktiken, "Geistliche Kriegsführung", "Lobpreis" und "Wohlstandsevangelium". Diese Ausarbeitungen geben Hilfen für das eigene Verständnis, aber auch für die geistliche Argumentation mit charismatisch beeinflußten Christen.
Der Band 2 enthält eine ausführliche weltweite Geschichte der Bewegung einschließlich wichtiger Vorläufer. Diese neu erarbeitete Geschichte gibt Auskunft über die klassische Pfingstbewegung wie auch über die Charismatische Bewegung ("Jesus People", Vineyard, "Wort des Glaubens", Bethel Church, Hillsong). Auch die stark wachsenden Gemeindebewegungen in Afrika, Asien und Lateinamerika werden untersucht, und der deutschsprachige Raum wird ausführlich behandelt. Ein Anhang mit Chronologie, Sach- und Worterklärungen, Personen- und Sachregister und einem umfassenden Literaturverzeichnis ergänzen dieses Buch, das gut als Nachschlagewerk verwendet werden kann.
"Falsche Propheten der Endzeit" ist eine wertvolle Orientierungshilfe – sowohl für interessierte bibeltreue Gläubige, als auch für suchende Charismatiker, die die ihnen verkündeten Lehren geistlich prüfen und klären wollen. Nicht zuletzt ist es auch eine wichtige Informationsquelle für Gemeindeverantwortliche und Mitarbeiter in Gemeinde- und Jugendarbeit.
Stark überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2026
| Autor: | Rudolf Ebertshäuser |
|---|
Anmelden
02.06.26 18:42 | Henrik
Breites und tiefgründiges Nachschlagwerk
Rudolf Ebertshäuser legt mit „Falsche Propheten der Endzeit – Pfingstbewegung und Charismatische Bewegung im Licht der Bibel“ eine gründlich überarbeitete und stark erweiterte Neufassung seines Standardwerks in zwei Bänden vor. Er schreibt als ehemaliger begeisterter Charismatiker, der die Bewegung von innen kennt und durch Gottes Wort daraus herausgeführt wurde. Die Bände wollen nicht neugierige Sensationslust bedienen, sondern eine nüchterne, biblisch begründete Beurteilung einer Bewegung liefern, die er als eine der gefährlichsten endzeitlichen Verführungen beschreibt. Zentral ist die Frage: Was sagt die Schrift wirklich über Geistestaufe, Zeichen, Wunder, Prophetie, Zungenreden, Heilungen, „Worship“ und die ganze pfingstlich-charismatische Endzeiterwartung?
Wer ist der Autor?
Ebertshäuser ist als bibeltreuer Lehrer, Autor und Aufklärer über Endzeitirrtümer bekannt, der selbst mehrere Jahre in der Charismatischen Szene aktiv war. Seine Biografie prägt den Ton des Buches: Er schreibt nicht von außen und theoretisch, sondern als einer, der die Faszination, den Sog und die inneren Mechanismen dieser Bewegung persönlich erlebt hat. Theologisch ist er klar schriftgebunden, dispensational geprägt, mit einem deutlichen Verständnis von Endzeitverführung, Cessationismus (Ende der Zeichen- und Offenbarungsgaben) und einem starken Ruf zur Absonderung der Gemeinde.
Worum geht’s?
Der erste Band konzentriert sich auf die Lehren und Praktiken der Bewegung; die Geschichte und weitere Entwicklungen werden im zweiten Band behandelt.
Teil I „Grundlegende Lehren“ setzt beim Herzstück der pfingstlich-charismatischen Endzeitvision an: der Idee eines „zweiten Pfingsten“ und einer weltweiten Endzeiterweckung. Ebertshäuser zeichnet zunächst die eigenen Verheißungsbilder der Bewegung nach: große Geistesausgießung, „Erweckung der Nationen“, triumphale Gemeinde. Dem stellt er eine gründliche Auslegung von Joel 3, der Pfingsterzählung in Apostelgeschichte 2 und den einschlägigen Endzeittexten gegenüber. Ergebnis: Die Schrift verheißt keine weltweite Geistesausgießung durch die Gemeinde in der Endzeit, sondern zunehmende Verführung, Abfall und Gericht. Prophetische Ankündigungen einer Mega-Erweckung bewertet er als Verdrehung der Schrift und als typisches Muster endzeitlicher Falschprophetie.
Das zweite Großkapitel behandelt die „Geistestaufe“ als vermeintlichen „zweiten Segen“. Ebertshäuser stellt sorgfältig dar, wie Pfingstler und Charismatiker Geistestaufe, Zungenrede und besondere „Geist-Erfahrungen“ lehren: als nachgeschaltete Kraft-Erlebnisse, die einen Gläubigen „auf ein höheres Level“ heben. Dem setzt er eine systematische Darstellung der biblischen Lehre über den Heiligen Geist entgegen: Jeder Wiedergeborene empfängt bei der Wiedergeburt den Geist, die Geistestaufe ist die einmalige Einfügung in den Leib Christi, nicht ein zweites, elitäreres Erlebnis. Die charismatische Geistestaufe wird als unbiblische und geistlich gefährliche Lehre beurteilt, hinter der nach seiner Analyse nicht der Heilige Geist, sondern ein anderer Geist steht, erkennbar an verdorbenen Früchten, falscher Lehre und unbiblischer Praxis.
Das dritte Kapitel klärt die Frage nach den Gnadengaben: „Charismen oder Charismatik?“. Ebertshäuser entfaltet das biblische Bild von Gemeinde als Leib Christi und Haus Gottes, in dem der Herr durch vielfältige Gnadengaben zur Auferbauung wirkt. Dann arbeitet er anhand von 1. Korinther 12–14 und dem Abschluss der neutestamentlichen Offenbarung heraus, warum Zeichen- und Offenbarungsgaben (Apostelamt, Prophetie, Wundergaben, Sprachenreden als heilsgeschichtliches Zeichen) mit Vollendung der Schrift und Ende der apostolischen Zeit aufgehört haben. Die heutigen „Charismen“ der Bewegung bewertet er als betrügerische Fälschungen, die die Gemeinde weg vom genügenden Wort Gottes führen.
Im vierten Kapitel geht es um Prophetie: „Spricht so der Herr?“. Ebertshäuser zeigt zunächst die hohe Autorität biblischer Prophetie: unfehlbares, direkt inspiriertes Wort Gottes. Die charismatische Praxis von „Eindrücken“, Visionen und laufenden Offenbarungen wird daran gemessen und als unvereinbar mit der absoluten Autorität des abgeschlossenen Kanons beurteilt. Besonders scharf kritisiert er „Christusvisionen“ und moderne „Propheten“, deren unzutreffende, wechselnde und teilweise groteske Aussagen zeigen, dass hier nicht der Geist der Wahrheit am Werk ist.
Kapitel fünf behandelt das heikle Thema Zeichen und Wunder in der Endzeit. Ebertshäuser erinnert daran, dass Wunder in der Bibel an heilsgeschichtliche Wendepunkte gebunden sind und vor allem der Bestätigung göttlicher Offenbarung dienen. Er zeichnet die Wunder Christi und der Apostel nach, grenzt sie von charismatischen „Power-Healings“ und Show-Wundern ab und zeigt anhand verschiedener Schriftstellen, dass die Endzeit eher von falschen Zeichen und Wundern geprägt sein wird, die zur Verführung dienen (Matthäus 24; 2. Thessalonicher 2). Der Ruf „zurück zum Wort“ steht am Ende: Nicht auf spektakuläre Erlebnisse schauen, sondern das Evangelium nüchtern predigen.
Teil II „Besondere Praktiken“ steigt dann in typische Muster der Bewegung ein. Zuerst nimmt er das Zungenreden unter die Lupe. Er stellt die charismatische Sicht einer „persönlichen Gebetssprache“ vor, um dann ausführlich zu zeigen, dass das biblische Sprachenreden echte Fremdsprachen waren, als Zeichen für Israel und für eine Übergangsphase im Heilsplan Gottes. 1. Korinther 14 wird sorgfältig ausgelegt; die charismatische Praxis beschreibt er als etwas qualitativ anderes: ekstatische Lautfolgen ohne verstehbaren Inhalt, verbunden mit suggestiven Methoden und Gruppendruck, die er einem betrügerischen Geist zuordnet.
Es folgt das Kapitel zur körperlichen Heilung. Ebertshäuser zeigt, wie in der Bewegung Krankheit fast ausschließlich als Werk des Teufels interpretiert wird und Heilung als im Sühnopfer „garantiert“ gilt. Er deckt die falsche Logik solcher Heilungslehren auf, kritisiert „Glaubensformeln“, positives Bekenntnis, Visualisierung und „Power Healing“ als magisch-okkulte Methoden und zeigt anhand der Schrift einen nüchternen Umgang mit Krankheit: Gott kann heilen, ist dazu aber nicht verpflichtet; Leiden gehört zum Christenleben, und der Weg geht über Gebet, Ältestengebet (Jakobus 5), Vertrauen auf Gottes Souveränität und Ausrichtung auf die endgültige Erlösung.
Das Kapitel zur „Befreiungsseelsorge“ behandelt Dämonenaustreibungen, Fluchbrechungen und territoriale „geistliche Kriegsführung“. Ebertshäuser stellt zunächst die biblische Lehre über Satan und die Dämonen dar und macht dann deutlich, dass Gläubige in Christus frei sind und nicht dauernd dämonisch „besessen“ sein können. Die charismatische Befreiungspraxis mit ahistorischen Fluchkonstruktionen, ständigen Dämonenfokussierungen und spektakulären Exorzismen bewertet er als unbiblisch, seelisch gefährlich und geistlich verführerisch. „Geistliche Kriegsführung“ als Kampf gegen „territoriale Mächte“ über Städten und Nationen sieht er nicht als biblischen Auftrag, sondern als Verstrickung in die Fangnetze des Widersachers.
Ein weiteres großes Kapitel widmet er der sogenannten „Inneren Heilung“ und den seelsorgerlichen Praktiken der Bewegung. Zuerst skizziert er kurz das neutestamentliche Bild von Seelsorge: Ermahnung, Zurechtbringung, Heiligung auf der Grundlage der Stellung in Christus. Dann zeigt er, wie Methoden der Inneren Heilung, Visualisierung von Jesus, Rückführung in traumatische Situationen, „hörendes Gebet“ und ähnliche Techniken stark vom New Age beeinflusst sind und den Gläubigen wegführen vom nüchternen Vertrauen auf das geschriebene Wort. Die wahre Heilung sieht er allein in Christus, seinem vollbrachten Werk und einer schriftgebundenen Seelsorge.
Schließlich geht es um „machtvollen Glauben“ und „vollmächtiges Gebet“. Ebertshäuser stellt den biblischen Glauben als Vertrauen auf Gottes geoffenbartes Wort dar, das sich unter Gottes Willen beugt. Dem gegenüber entlarvt er das charismatische Glaubensverständnis als subjektive Kraft, die durch Bekenntnis, Visualisierung und „Gesetze des Glaubens“ angeblich Gott bindet. Typische Lehren des Wohlstandsevangeliums und die „Macht des positiven Bekenntnisses“ bewertet er als Anmaßung und als Missbrauch des Namens Jesu, der in Formeln und Deklarationen eingesetzt wird.
Abschließend behandelt er den charismatischen „Worship“. Ebertshäuser entfaltet prägnant, was biblische Anbetung ist: im Geist und in der Wahrheit, mit nüchternen, gottzentrierten Formen und geheiligter Herzenshaltung. Dann legt er ausführliche Maßstäbe für geistliche Musik dar und zeigt, warum Pop- und Rockmusik aus seiner Sicht wesensmäßig ungeeignet ist als Träger biblischer Anbetung. Die charismatische Lobpreiskultur mit repetitiven, oft seicht-theologischen Texten, emotionaler Übersteuerung und bewusst herbeigeführtem Ekstaseerlebnis bewertet er als Lockmittel der Verführung, das in eine falsche Anbetung hineinführt. Der Ruf am Ende ist konsequent: charismatische Lieder und „Worship“-Formate meiden und eine schlichte, bibelgesättigte Anbetung pflegen.
Band 2 setzt an einem anderen Punkt an: Nun zeigt der Autor, dass die Pfingst- und Charismatische Bewegung keine spontane neutestamentliche „Rückkehr zur Apostelgeschichte“ ist, sondern die Spitze einer langen Linie schwärmerischer und falschprophetischer Bewegungen in der Kirchengeschichte.
Hierzu zeichnet er die Vorgeschichte nach: Schon die Montanisten im 2./3. Jahrhundert traten mit neuen Prophezeiungen, ekstatischen Zuständen, Endzeitfieber und einer überhöhten Sicht von Visionen und Offenbarungen auf. Katholische Mystiker, schwärmerische Gruppen zur Zeit der Reformation, spiritualistische Strömungen danach, die Camisarden, „Seekers“, „Shakers“, pietistische „Inspirierten“ und die Irvingianer („Katholisch-Apostolische Kirche“) zeigen immer ähnliche Muster: Betonung von direkten Offenbarungen, Visionen, extatischen Phänomenen und Prophetismus, verbunden mit einer faktischen Relativierung der Schrift. Ebertshäuser zeigt, wie sich diese Linien geistlich und methodisch bis in die heutige Pfingstbewegung hineinziehen.
Dann kommt er zur eigentlichen Entstehung der Pfingstbewegung 1901–1950. Er schildert Topeka 1901 und die „Geistesausgießung“ bei Parham sowie die Azusa-Street-Bewegung ab 1906 in Los Angeles als Geburtsstunde der modernen Pfingstbewegung: Zungenreden, Fallerscheinungen, ekstatischer „Lobpreis“, Heilungsansprüche, prophetische Worte. Dazu kommen erste Spaltungen, Formierung von Denominationen und Strömungen (klassische Trinitarier, „Jesus-only“ usw.) sowie die frühe Rolle von Frauen als „Geistführerinnen“, die Lehre und geistliche Leitung übernehmen. Ebertshäuser zeigt, dass viele dieser Anfänge von theologisch fragwürdigen Lehren, moralischen Problemen und schwärmerischem Geist geprägt waren.
Ein großer Block in Band 2 ist der Weg von der klassischen Pfingstbewegung zu charismatischen und neocharismatischen Bewegungen ab 1948. Ebertshäuser beschreibt die „Healing Revival“-Bewegung mit Wanderheilern und großen Zeltevangelisationen sowie die „Latter-Rain“-Bewegung als vorbereitende Scheinerweckungen, in denen sich Themen wie „zweite Geistesausgießung“, moderne Apostel und Propheten, Geistübertragung durch Handauflegung und starke Endzeitfantasien weiter ausbreiten. Ab 1960 dringen charismatische Erneuerungsbewegungen in die etablierten Kirchen ein: Pfingstartige Phänomene in anglikanischen, lutherischen, reformierten und später in der römisch-katholischen Kirche. Leitungen beginnen, diese Strömungen als „Erneuerung des Geistes“ zu legitimieren.
Dann folgt die „Dritte Welle“ und die Ausbreitung neocharismatischer Gemeinden: Die „Jesus-People“-Bewegung, John Wimber, Vineyard-Gemeinden, „Kansas City Prophets“, „Shepherding Movement“, Wort-des-Glaubens-Lehre, Toronto Blessing, Brownsville, Lakeland und andere „Erweckungen“ werden nachgezeichnet. Ebertshäuser arbeitet die zunehmende Radikalisierung und Vermischung mit Wohlstandsevangelium, Machttheologie und New-Age-Elementen heraus, die schließlich in die „Neue Apostolische Reformation“ (NAR) münden: moderne Apostel und Propheten beanspruchen universale Autorität, entwerfen Herrschaftsmodelle („Dominionismus“) und versprechen eine globale Transformation durch eine siegreiche Endzeitgemeinde.
Besonders ausführlich behandelt Band 2 moderne Megabewegungen wie die Bethel Church und Hillsong. Bethel wird als Beispiel für die Verknüpfung von charismatischer Praxis mit esoterischen Ideen („Physics of Heaven“, übernatürliche Atmosphären, Engelstaub, Grabsoaking usw.) geschildert. Hillsong steht bei ihm für attraktiv verpackte, kulturangepasste Megagemeinden mit massivem Musik- und Worship-Einfluss, in denen charismatische Theologie und Wohlstandsevangelium popkulturell aufbereitet in die evangelikale Szene einsickern.
Ein weiterer wichtiger Teil von Band 2 ist der globale Blick: Ebertshäuser zeigt, wie sich die Pfingst- und Charismatische Bewegung in Nordamerika, Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa ausgebreitet hat. In Lateinamerika werden Pfingstkirchen zu einer eigenen gesellschaftlich-politischen Kraft; in Afrika entstehen einheimische „Geistkirchen“ mit einer Mischung aus Christentum, Stammesreligion, Wundererwartung und Wohlstandstheologie; in Asien wachsen pfingstliche und neocharismatische Strömungen rasant. In Europa beschreibt er die frühen Anfänge der Pfingstbewegung und die heutigen Entwicklungen mit freien charismatischen Gemeinden, Netzwerken und Worship-Marken.
Besonders wichtig für Leser im deutschsprachigen Raum ist der ausführliche Abschnitt zu Deutschland, Schweiz und Österreich. Ebertshäuser zeigt, wie eine schwärmerische Heiligungsbewegung in Deutschland den Boden bereitete, wie 1907 der Einbruch der Pfingstbewegung zur „Berliner Erklärung“ führte, in der führende Brüder die Bewegung als „nicht von oben“ beurteilten, und wie ab den 1970er Jahren die Charismatik in landeskirchliche, freikirchliche und evangelikale Kreise eindrang. In der Schweiz zeichnet er die Entstehung der Schweizerischen Pfingstmission und anderer Gruppierungen nach, in Österreich die dortigen Entwicklungen. Insgesamt beschreibt er eine zunehmende Durchdringung der evangelikalen Landschaft durch pfingstlich-charismatische Lehre, Praxis und Musik.
Kapitel zu „Trends der Irreführung“ analysieren in Band 2 zentrale Sonderlehren: Wort-des-Glaubens-Theologie, Wohlstandsevangelium, esoterisch geprägte Konzepte wie „The Physics of Heaven“. Ebertshäuser zeigt, wie Gott praktisch erniedrigt und der Mensch erhöht wird: Gott wird an angebliche „Gesetze des Glaubens“ gebunden, der Mensch gestaltet mit seinem Wort seine Realität, und materielle Fülle wird zum Kennzeichen „starken Glaubens“. Das Wohlstandsevangelium entlarvt er als Gegensatz zum biblischen Ruf zur Nachfolge, Selbstverleugnung und Bereitschaft zum Leiden.
In einem eigenen Kapitel listet Ebertshäuser die „bösen Früchte des falschen Geistes“: Manipulation und Einschüchterung von Anhängern und Kritikern, geistlicher Missbrauch, moralische Skandale (inklusive sexueller Verfehlungen von Leitern), Geldgier, Betrugsfälle. Er will nicht sensationsheischend schreiben, sondern zeigen: Wo ein anderer Geist wirkt, kommen früher oder später entsprechende Früchte ans Licht.
Ein zentrales Thema von Band 2 ist die „charismatische Durchsäuerung der Evangelikalen“. Ebertshäuser beschreibt, wie aus anfänglicher klarer Abgrenzung nach und nach Tolerierung, Kooperation und schließlich Vermischung wurde: Evangelikale Werke öffnen sich charismatischen Rednern, gemeinsame Konferenzen und Mission, Worship-Songs aus charismatischen Häusern prägen die evangelikale Anbetung. Er stellt die Frage: Wo stehen wir heute – und wie weit ist der Abfall schon fortgeschritten?
Schließlich führt er die Bewegung auf ihrem Weg „nach Babylon“: Er zeichnet die „Ökumene des Geistes“ nach, in der pfingstlich-charismatische Strömungen mit Rom und dem Ökumenischen Rat der Kirchen zusammengehen. Die Bewegung wird für ihn zu einem wichtigen Motor auf dem Weg zu einer endzeitlichen, babylonischen Einheitskirche, die Wahrheit und Irrtum, Evangelium und falsche Lehren mischt.
Der vierte Hauptteil „Konsequenzen“ richtet dann den Blick ganz bewusst weg von der Analyse hin zur persönlichen und gemeindlichen Antwort. Ebertshäuser ruft den einzelnen Gläubigen zur Buße: Ringen um Erkenntnis der Wahrheit, Herzensumkehr zu Christus, bewusste Absonderung vom Bösen, Abkehr von Verführung, Heilung des eigenen Glaubenslebens durch Ausrichtung auf die gesunde Lehre der Schrift.
Für Gemeinden zieht er klare Linien: Keine „fromme Neutralität“, sondern eine schriftgebundene Positionierung gegenüber der Pfingst- und Charismatischen Bewegung, konsequente Abweisung gemeinsamer Anbetung und evangelistischer Zusammenarbeit dort, wo falscher Geist und falsche Lehre herrschen. Gleichzeitig ruft er nicht zu sektiererischer Engführung, sondern zu wachsamer, liebevoller, aber entschiedener Hirtensorge. Der Weg der Treue in der Endzeit ist für ihn: Festhalten an der Schrift, nüchterner Kampf des Glaubens, Bereitschaft zur Minderheitenrolle und Ausrichtung auf das baldige Kommen Christi.
Der Anhang von Band 2 ist sehr praxisorientiert: Die Berliner Erklärung wird mit Geschichte und Aktualität dokumentiert und verteidigt. Ebertshäuser schildert seinen eigenen Weg aus der Verführung, bietet Übersichtstabellen zur Geschichte der Bewegung, listet wichtige Namen, erklärt Fachbegriffe und stellt ein thematisch gegliedertes Literaturverzeichnis zur Verfügung. Damit wird der zweite Band zu einem Arbeitswerkzeug für alle, die die Bewegung nicht nur grob, sondern detailliert und mit Quellenkenntnis beurteilen wollen.
Wer soll es lesen?
Gedacht ist das Buch in erster Linie für Älteste, Hirten, Lehrer und jeden, der in der Gemeinde Verantwortung trägt und Orientierung im Umgang mit der Pfingst- und Charismatischen Bewegung sucht. Ebenso direkt angesprochen werden Gläubige aus der Bewegung, die unruhig geworden sind und sich fragen, ob das, was sie erleben, wirklich biblisch ist, sowie bibeltreue Christen, die Lehre und Praxis der Bewegung gründlich prüfen wollen.
Was gibt es Kritisches?
Ebertshäusers Analyse ist sehr scharf und weitgehend pauschal gegenüber der gesamten Pfingst- und Charismatischen Bewegung. Nuancen innerhalb der Bewegung und Unterschiede zwischen einzelnen Strömungen kommen wenig vor; das kann den Eindruck erwecken, als sei jeder Charismatiker zwangsläufig in denselben Irrtümern gefangen. Auch der Ton ist an manchen Stellen hart und stark warnend; das ist aus seinem Anliegen verständlich, kann aber empfindsame Leser abschrecken. Dennoch muss man dem Autor zugutehalten, dass er sich der Schärfe bewusst ist, dies aber aus Liebe tut. „Ich möchte hier betonen, daß die klare Sprache meines Buches sich keineswegs gegen die vielen Anhänger der Pfingst- und Charismatischen Bewegung richtet. Ich bin weit davon entfernt, sie zu verurteilen; ich war schließlich selbst einer von ihnen! Ich liebe auch die verführten Menschen in dieser Bewegung, insbesondere auch alle wahren Gläubigen in ihren Reihen. Mein Gebet ist es, daß ihnen Gott – auch durch das Zeugnis dieses Buches – »Buße geben möchte zur Erkenntnis der Wahrheit und sie wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels heraus, von dem sie lebendig gefangen worden sind für seinen Willen« (2Tim 2,25-26).“ (S. 22). Manches – etwa die Musikbewertung – bleibt teilweise in der Argumentation angreifbar, weil es über klare biblische Aussagen hinausgeht und Schlussfolgerungen zieht, die nicht jeder Gläubige gleichermaßen nachvollziehen wird. Hier ist es wichtig, alles, auch dieses Buch, wieder an der Schrift zu prüfen.
Wie kann ich das Werk nutzen?
Das Buch ist kein Schnelllese-Titel, sondern ein Arbeitsbuch. Ebertshäuser fordert den Leser bewusst, die angeführten Bibelstellen aufzuschlagen, Kapitel für Kapitel mit der eigenen Bibel durchzugehen und das Thema über einen längeren Zeitraum zu studieren. Durch die starke Gliederung, die in sich geschlossenen Kapitel und den ausführlichen Anhang mit Literaturverzeichnis, Registern und Begriffserklärungen eignet es sich gut als Nachschlagewerk, wenn man zu einzelnen Themen wie Geistestaufe, Zeichen und Wunder, geistliche Kriegsführung, Worship oder Innere Heilung eine biblische Einordnung sucht. Für Älteste und Verkündiger kann es als Grundlage dienen, um Gemeindeunterricht, Seminare oder Vortragsreihen zur Prüfung der Bewegung vorzubereiten.
Was bleibt?
Dieses Buch ist ein massiver, schriftgebundener Gegenentwurf zur pfingstlich-charismatischen Erfolgserzählung von Endzeiterweckung, neuer Geistestaufe und spektakulären Manifestationen. Ebertshäuser ruft konsequent zurück zu Christus, zur Suffizienz der Schrift und zum nüchternen, gehorsamen Glaubensleben. Wer bereit ist, sich ohne Vorbehalt unter Gottes Wort zu beugen und auch liebgewonnene Erfahrungen oder Lieder am biblischen Maßstab zu prüfen, wird hier viele Denkanstöße und klare Linien finden. Es konfrontiert, warnt, korrigiert – mit dem Ziel, dass Gläubige aus Verirrungen heraus und hinein in eine treue Nachfolge Jesu geführt werden.