Die Brüder und die Lehren der Gnade

Wie stand die Brüderbewegung
des 19. Jahrhunderts zur calvinistischen Heilslehre?
Mark R. Stevenson

Die Brüder und die Lehren der Gnade

Wie stand die Brüderbewegung
des 19. Jahrhunderts zur calvinistischen Heilslehre?
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Erwählt Gott souverän Einzelne zum Heil, während er andere zur Verdammnis vorherbestimmt?... mehr

Erwählt Gott souverän Einzelne zum Heil, während er andere zur Verdammnis vorherbestimmt? Besitzen Menschen einen freien Willen, um das Evangelium anzunehmen oder abzulehnen? Starb Christus gleichermaßen für alle Menschen oder nur für manche?
Jahrhundertelang wurde darüber in der Kirchengeschichte diskutiert. Augustinus hat über die wichtigsten Teilaspekte dieser Fragen mit Pelagius gestritten, Luther mit Erasmus. In der nachreformatorischen Zeit waren diese Themen Gegenstand der Debatten zwischen Calvinisten und Arminianern. Wesley und Whitefield hatten darüber gegensätzliche Meinungen.
Wie dachten die Autoren der Brüderbewegung über diese zentralen Fragen der christlichen Lehre? Welche Auswirkungen hatte ihre diesbezügliche Sicht auf die Evangelisation, Lehre und Wortverkündigung? Obwohl sie in vielen Punkten mit dem Calvinismus übereinstimmten, haben sie sich auf begründete Weise geweigert, sich einem der beiden Denksysteme des Calvinismus oder Arminianismus zuordnen zu lassen.
Ein hilfreiches Buch, in dem der Autor eine Fülle von Quellen ausgewertet und zugänglich gemacht hat. Die Ausführungen fordern heraus, grundlegend über diese wichtigen Themen nachzudenken und Antworten in der Bibel zu suchen.

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Kundenbewertungen für "Die Brüder und die Lehren der Gnade"
25.01.2020

Ausgesprochen gründliche Untersuchung

Ohne Übertreibung kann ich sagen: Selten habe ich mich so auf ein Buch gefreut wie auf dieses. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zugegeben, das mag ganz persönliche Gründe haben: Denn die biblischen Gnadenlehren sind die Grundlage meiner Zuversicht und meiner Heilsgewissheit. Und gleichzeitig liebe ich die Brüderbewegung, in der ich mich nun seit 14 Jahren heimisch fühle. Aber auch darüberhinaus sticht dieses Buch hervor. Ich möchte ein paar Punkte nennen:

- Zuerst einmal erklärt der Verfasser, worüber er eigentlich bei den calvinistischen Heilslehren spricht. Diese gründliche Vorarbeit umfasst 80 Seiten und ist grundsätzlich für alle interessant, die sich mal fundiert mit dem Calvinismus und seiner Geschichte beschäftigen möchten.

- In der Folge untersucht der Verfasser, wie die führenden Brüder aus dem 19. Jahrhundert zu den calvistischen Lehren standen. Dazu zitiert er aus vielen Büchern, Zeitschriften und Predigtabschriften und berücksichtigt den geschichtlichen Kontext, in dem die Zitate entstanden sind. Das hört sich mühsam an. Aber unverzerrte und ehrliche Einschätzungen müssen durch harte Arbeit erkauft werden und können nicht im Nebenbei gewonnen werden!

- Der Fokus der Untersuchung liegt nicht auf der Frage, wie die Brüder zu gewissen Schlagworten (Calvinismus, Arminianismus) standen, sondern darauf, was sie tatsächlich glaubten. Sehr aufschlussreich!

Zum Schluss erlaube ich mir noch zwei persönliche Anmerkungen:

- In letzter Zeit sind einige Veröffentlichungen über den Calvinismus entstanden. Auch aus Kreisen der Brüderbewegung. Und diese kann man nicht immer als wohlwollend bezeichnen. Aber vielleicht dient dieses Buch dazu, dass manch eine verzerrte Darstellung überarbeitet oder wenigstens abgeschwächt wird.

- Die Untersuchung fragt nach der Haltung der führenden Brüder aus dem 19. Jahrhundert. Das fordert uns natürlich nicht dazu auf, ihnen sklavisch in allem zu folgen. So sehr ich sie selbst schätze, an manchen Stellen hätte ich mir eine noch klarere (will meinen biblischere) Sicht gewünscht. Zum Beispiel wurde immer wieder die Behauptung aufgestellt, dass man Ungläubigen gegenüber die Frage der Erwählung nicht ansprechen solle, da es sie durcheinanderbringe. Das ist aber sehr menschlich gedacht, zumal der Herr Jesus selbst in Johannes 6 das gegenteilige Verhalten an den Tag legte.

29.11.2019

Wichtiges Buch!

Dieses Buch schließt eine Lücke. Die Brüderbewegung legte über Jahrzehnte den Schwerpunkt auf Ekklessiologie (Lehre von der Gemeinde) und Eschatologie (Lehre der letzten Dinge) / Prophetie. Die Soteriologie (Lehre der Errettung) ist dadurch tendenziell in Vergessenheit geraten. Eine Terminologie der Rettung eines Menschen findet man in der Brüderliteratur kaum. Aus diesem Mangel ist ein Vakuum entstanden, welches mit etlichen Auffassungen und Unklarheiten gefüllt wurde. Wie war die Lehre der Brüder über die Rettung der Seele? Welches Verhältnis besteht zwischen Gottes Souveränität und des Menschen Verantwortung? Wie geschieht was? Was ist die biblische Abfolge? usw.
Dieses Buch zeigt, wie die Gründerväter in dieser wichtigen Frage lehrmäßig aufgestellt waren. Es zeigt das Ringen um das rechte Verständnis, räumt aber auch mit Vorurteilen und fertigen Meinungen auf, die Brüder hätten hier keine klare Sicht gehabt.
So kann dieses Buch dazu beitragen, in der Frage der "Rettungs-Lehre" in der Brüderbewegung einen klaren Standpunkt zu bekommen.

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