Der Spieler

Roman
Fjodor Dostojewski
Der Spieler

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Roman
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  • 336216000
  • 978-3-7374-0991-9
  • Marix Verlag
  • 21. August 2015
  • 224
  • Hardcover, mit Schutzumschlag, 13,5 x 20,5 cm
Verlagstext: In der fiktiven Stadt Roulettenburg wartet ein hochverschuldeter General im Kreise... mehr

Verlagstext:
In der fiktiven Stadt Roulettenburg wartet ein hochverschuldeter General im Kreise seiner Familie und einiger Gläubiger auf das Erbe seiner reichen Tante. Das Geld soll ihn von seinen Schulden befreien und eine Heirat mit der gut betuchten Mademoiselle Blanche in die Wege leiten. Doch die Tante denkt nicht daran das Zeitliche zu segnen. Aus verzweifelter Liebe zur Tochter des Generals kann der junge Hauslehrer Aleksej Iwanowitsch ihre Bitte nicht ausschlagen im Kasino sein Glück zu versuchen, um das Geld für die Schulden zu erstehen. Doch Polina nutzt den Liebesblinden nur aus und treibt ihn darüber hinaus in die gefährliche Spielsucht. Aleksej erkennt sich in diesem Teufelskreis selbst kaum wieder und verfällt der dunklen Seite seiner Seele. In all ihrer Komplexität und voller Empathie schildert Dostojewski in diesem stark autobiographisch geprägten Roman die Abgründe der Spielleidenschaft.

Fjodor Dostojewski (1821-81) wurde in Moskau in eine kinderreiche Familie eines Arztes hineingeboren. Bereits in seiner Kindheit las er u. a. Werke von Aleksandr Puschkin, Friedrich Schiller, E. T. A. Hoffmann und Victor Hugo. Nach dem Tod beider Elternteile in den späten 1830er Jahren entschied sich Dostojewski zunächst für eine Karriere als Militäringenieur, ging aber gleichzeitig seinen schriftstellerischen Neigungen nach. 1844 erschien sein Erstlingswerk "Arme Leute", welches ihm große Anerkennung bescherte. In der zweiten Hälfte der 1840er Jahre folgten "Der Doppelgänger" und weitere Kurzprosa. In dieser Zeit wurde ihm auch nachgesagt in einem revolutionären Zirkel zu verkehren, wofür er mit einer 5-jährigen Verbannung in einem Zwangsarbeitslager in Sibirien büßen musste. Nach seiner Zeit im sibirischen Straflager trat er aus dem Militärdienst aus und gründete zusammen mit seinem Bruder Michail die Zeitschriften "Vremja" und "Epocha". Dostojewski litt an Epilepsie und verfiel während der Ehe mit seiner zweiten Frau in den 1860er Jahren einer schweren Spielsucht, die er in seinem Kurzroman "Der Spieler" literarisch verarbeitet. Das Paar lebte jahrelang am Rande des Existenzminimums und auf der Flucht vor den Gläubigern, bis ihre Lage sich in den 1870ern stabilisierte und Dostojewski von seinem ruhmvollen Werk leben konnte. Sein Werk wurde in über 170 Sprachen übersetzt.

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Kundenbewertungen für "Der Spieler"
11.01.2022

"Wenn er dir zu tief ist, bist du zu flach."

Eines dieser Bücher, wie sie nur ein großer Psychologe schreiben kann: bizzare, pointierte Figuren in einer derartigen Häufung sind zurecht eine absolute Rarität, der nur ein Autor der Klasse eines Dostojewski gerecht werden kann. „Der Spieler“ ist eine Auseinandersetzung mit Sucht, Eskapismus und Geltungssucht, aber auch eine kritische Beschreibung der Verschleierung und gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Zustände, die enorme Effekte auf das Zusammenleben der Protagonisten hat. Das dysfunktionale und krankhafte präsentiert sich hier nämlich im Gewand des gesellschaftlich Anerkannten, er zersetzt, wird aber immer überhüllt mit einem letzten Gewand aus „Anstand und Weltmännigkeit“, mag es auch die letzte Existenzgrundlage bedrohen. Wie für Dostojewski üblich steht hier das Zwischenmenschliche, insbesondere die Familie als Keimzelle der Gesellschaft im Mittelpunkt: da wo familiäre Bindungen scheitern bekommen die oben genannten Übel erst die Möglichkeit Fuß zu fassen. Auch der fundamentlose Optimismus einer dekadenten und atheistischen Gesellschaft wird kritisiert, schließlich ist er erst die Grundlage für die Spielsucht und die damit verbundene Hoffnung „eines Tages zu gewinnen“. Dem gegenüber steht jedoch das unbestechliche, unpersönliche System „Bank“, das alle Versuche krachend scheitern lässt, eine interessante Allegorie auf die Sinnlosigkeit eines atheistisch-hedonistischen Lebensstils. Dostojewski zeigt sich hier als Seelenkenner, aber nicht als Richter, er bringt seinen Figuren trotz allen Verfehlungen Wohlwollen entgegen, kurz: sein Optimismus und seine Menschenliebe haben eine echte Existenzberechtigung und Grundlage.
„Der Spieler“ ist opulent, tiefsinnig, nicht ohne Humor und überraschende Wendungen und vor allem eines: mutig.

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