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Eine Bewegung namens "Dekonstruktion" fegt durch unsere Gemeinden und demontiert den Glauben vieler. Dieses Buch hilft Ihnen, nicht nur zu verstehen, was geschieht, sondern auch Ihren Standpunkt zu vertreten und mit Klarheit und Zuversicht zu reagieren. 
Manche, die den Glauben aufgeben, fühlen sich von der Kirche verletzt, andere durch Gebote der Bibel unterdrückt. So führt die Dekon­struktion viele weg von der Wahrheit hin zu Agnostizismus, Atheismus, Okkultismus oder Humanismus. 
In diesem bahnbrechenden Buch helfen Ihnen die Autoren zu verstehen, was Dekonstruktion ist, woher sie kommt, warum sie für manche so unwiderstehlich ist und wie und warum sie das Leben so vieler Menschen durcheinanderbringt. Sie helfen Ihnen die wichtigsten Fragen rund um die Dekonstruktion zu durchdenken und kluge und liebevolle Wege zu finden, um aus einer biblischen Weltsicht heraus zu reagieren.

Mit einem Vorwort von Carl R. Trueman.
Autor: Tim Barnett, Alisa Childers
Hersteller "CV Dillenburg"

Christliche Verlagsgesellschaft mbH
Am Güterbahnhof 26
35683 Dillenburg
info@cv-dillenburg.de

2 von 2 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen


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2 Bewertungen

4. Juli 2026 17:20

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Empfehlenswert

Was ist Dekonstruktion ? Der Begriff geht auf den Philosophen Jacques Derrida (1930–2004) zurück. Er stellte damit nicht nur gängige Auffassungen von Literatur und Sprache radikal in Frage, sondern zugleich auch die unausgesprochenen Voraussetzungen unseres Denkens. „Dekonstruktion“ meint nach Derrida die grundsätzliche und notwendige Unmöglichkeit eindeutigen und endgültigen Verstehens mittels Sprache. Derrida zufolge ist Sprache nie eindeutig, weil sich kein Wort eindeutig einer Bedeutung zuordnen lasse. Das, was wir zu verstehen glauben, wenn wir ein Wort hören oder lesen, sei ein von uns im jeweiligen Moment konstruiertes Verständnis, das sich entsprechend auch wieder de-konstruieren lasse. So lasse sich zeigen, dass demselben Wort mit gleicher Berechtigung auch andere Bedeutungen zugeschrieben werden könnten. Dekonstruieren lässt sich also nur, was zuvor als konstruiert behauptet wird.

Die Dekonstruktion folgt einem Programm der Destabilisierung von Bedeutungen und Zusammenhängen, das sich längst verselbständigt hat. Das Ziel ist u.a., dass biblische Maßstäbe und von Gott gegebene Institutionen verdrängt werden sollen, z.B. indem man Menschen und Institutionen, die solche Maßstäbe vertreten, (gesellschaftlich) ausgrenzt.
In Bezug auf (ehemals) bibeltreue Gemeinden und „Christen“ hat dieser Begriff heutzutage einen etwas anderen Schwerpunkt. Unter dieser Kategorie wird der Glaube vieler demontiert. Befremdlich ist dabei, dass „Dekonstruktion“ ein trendiger, postmoderner Ausdruck geworden ist, der sich im Westen herausgebildet hat. Er verlieh einem eher nüchternen und uralten Phänomen, nämlich der Abkehr vom Christentum, einen neuen, intellektuellen Anstrich von Raffinesse. Wie wir oben sahen, ist der Begriff Dekonstruktion nichts Fröhliches und nichts Befreiendes, sondern Ausdruck der Verzweiflung. Hier wird z.B. in der Macht von außen das Problem manipulativer Strukturen gesehen und deren Zerstörung als befreiend empfunden. Dies mündet dann in die Idee, dass wir nie frei sein werden, solange wir nicht frei von Gott sind. Dieses Freiheitsgefühl kann anfangs wie ein Rausch sein. Nach-dem es aber abgeklungen ist, stellt es sich oft als ein Albtraum heraus, da die Verantwortung, sich selbst zu erschaffen, unausführbar und daher unerträglich ist.

In diesem Buch möchten die Autoren helfen zu verstehen, was in diesem Zusammenhang passiert und wie man mit Klarheit und Zuversicht darauf reagieren kann. Dabei sind unterschiedliche Kategorien wichtig: Manche, die den Glauben aufgeben, fühlen sich von Gemeinden oder Leitungspersonen verletzt oder auch durch Gebote der Bibel unterdrückt. Andere meinen, nach ihrer „Dekonstruktion“ eine höhere oder bessere Form des Glaubens für sich entdeckt zu haben. Eine Gemeinsamkeit ist aber, dass die Dekonstruktion viele weg von der Wahrheit der Bibel hin zu Agnostizismus, Atheismus, Humanismus oder gar Okkultismus führt.

Die Autorin Alisa Childers ist von diesem Thema existenziell betroffen, da sie einer Gemeinde angehörte, wo das Problem der Dekonstruktion akut war, sodass sie in eine Glaubenskrise kam. Nun setzt sie sich für das historisch-biblische Christentum ein. Tim Barnett ist Apologet und Redner. Er möchte Christen helfen, ihren Glauben klar zu durchdenken und zu kommunizieren.
Das Buch ist in drei Teile geteilt: Ex-evangelikal, Dekonstruktion und Hoffnung. Es hat 293 Endnoten und ist recht leicht zu verstehen. Das liegt auch an den vielen Ge-schichten und Begebenheiten, die die Inhalte veranschaulichen. Einige dieser Begebenheiten werden fast bis ins Banale konkretisiert, was an die Grenze zum Schwatz-haften führt. Als Hauptziel dieses Buches geben die Autoren an: „Das Phänomen der Dekonstruktion zu untersuchen und eine biblische Analyse und Kritik ihrer Metho-den, Strömungen, Botschaften und Auswirkungen auf die christliche Gemeinde zu liefern“ (S. 22).
In Teil 1 wird beschrieben, wie sich Dekonstruktion in Häusern, Gemeinden und auf Social Media zeigt. Childers und Barnett reflektieren die Definition des Begriffs ausführlich und geben einen Überblick darüber, wie er sich in christlichen Zusammen-hängen von einem Hashtag zu einem umfassenden Phänomen entwickelt hat, mit eigenen Konferenzen, Trainern und zahllosen Social-Media-Accounts. Es wird ausführlich dargelegt, dass es bei der Dekonstruktion nicht wirklich darum geht, irgendwelche Überzeugungen zu überdenken, sondern dass es ihr Hauptanliegen ist, das hinter sich zu lassen, was als „evangelikale“ Überzeugungen bezeichnet wird.

In Teil 2 gehen die Autoren den Einzelheiten auf den Grund. Sie analysieren die vielen Gründe, warum Menschen dekonstruieren, wie sie dekonstruieren und was sie dekonstruieren, und betrachten auch, wer dies tut. Dazu gehören manche bekannte evangelikale Persönlichkeiten. Sie bieten dann eine bessere Lösung für die quälenden Zweifel, schwierigen Fragen und falschen Vorstellungen, die viele Christen heimsuchen.

In Teil 3 schließlich konzentrieren die Verfasser sich darauf, wie wir die Menschen in unserem Leben, die sich in einer Dekonstruktion befinden, am besten lieben und ihnen helfen können.
Das Buch hat die Entwicklungen in Amerika zum Hintergrund. Da dieses Phänomen aber auch im deutschsprachigen evangelikalen Bereich zunehmend eine Rolle spielt, ist es gut, dass dieses fundierte, differenzierte Werk in deutscher Übersetzung erschienen ist.
Alles in allem handelt es sich also um ein empfehlenswertes Buch.

Jochen Klein / weitere Rezensionen auf www.denkendglauben.de

4. Mai 2026 13:26

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Solide Grundlage

Das Buch „Die Dekonstruktion des christlichen Glaubens“ von Alisa Childers und Tim Barnett greift ein hochaktuelles Thema auf, das viele Gemeinden unmittelbar betrifft: den Abfall vom Glauben unter dem Schlagwort „Dekonstruktion“. Es stellt die Frage, was hinter diesem Prozess steht, warum er so viele junge Christen erfasst und wie biblisch fundiert darauf reagiert werden kann. Damit trifft es einen neuralgischen Punkt zwischen Seelsorge, Apologetik und Gemeindepraxis.

Wer ist der Autor?
Alisa Childers ist Apologetin mit starkem Fokus auf die Auseinandersetzung mit progressivem Christentum und persönlicher Erfahrung im Umfeld von Glaubenszweifeln. Tim Barnett arbeitet ebenfalls apologetisch und didaktisch, insbesondere im Bereich Jugend und Glaubensverteidigung. Beide verbinden persönliche Betroffenheit mit argumentativer Klarheit.

Worum geht’s?
Das Buch ist klar dreiteilig aufgebaut: Teil 1 beschreibt das Phänomen („Ex-evangelikal“), Teil 2 analysiert die Dekonstruktion, Teil 3 bietet Hoffnung und Orientierung. Diese Struktur ist bereits im Inhaltsverzeichnis ersichtlich. Inhaltlich beginnt das Werk mit konkreten Lebensgeschichten, die zeigen, wie Menschen schrittweise ihren Glauben aufgeben. Diese narrative Herangehensweise schafft Nähe, ist aber zugleich analytisch unterfüttert. Zugleich ist das Buch eine gute Einstiegslektüre in das Thema: Es führt verständlich ein, macht die Relevanz deutlich und zeigt die Dramatik der Entwicklungen, ohne sie zu verharmlosen.

Zentral ist die Definition von „Dekonstruktion“: nicht nur als intellektueller Prozess, sondern als existenzielle Krise, die durch kulturellen Druck, moralische Konflikte und falsche Lehre ausgelöst wird. Die Autoren zeigen, dass Dekonstruktion oft dort ansetzt, wo biblische Autorität relativiert wird und persönliche Erfahrung über die Schrift gestellt wird. Der Bezug zu 2Kor 10,4–5 (Gedanken gefangen nehmen unter Christus) wird explizit gemacht und zeigt die eigentliche Kampflinie: nicht emotional, sondern erkenntnistheoretisch.

Im zweiten Teil wird die Bewegung differenziert analysiert: Ursachen, Denkstrukturen und typische Argumentationsmuster werden offengelegt. Dabei wird deutlich, dass viele „Dekonstruktionen“ letztlich eine Anpassung an die Kultur sind, besonders in ethischen Fragen wie Sexualität. Der dritte Teil richtet den Blick nach vorne: Wie kann man Menschen begleiten? Wie bleibt man selbst standhaft? Hier verbinden die Autoren apologetische Klarheit mit seelsorgerlicher Sensibilität.

Stilistisch ist das Buch gut lesbar, praxisnah und zugleich argumentativ sauber. Es bewegt sich zwischen Erfahrungsbericht, Analyse und Anwendung.

Wer soll es lesen?
Das Buch richtet sich vor allem an Christen, die mit Zweifeln konfrontiert sind oder Menschen begleiten, die ihren Glauben hinterfragen. Besonders Leiter, Jugendmitarbeiter und Eltern werden hier konkreten Nutzen ziehen.

Was gibt es Kritisches?
Teilweise arbeitet das Buch stark mit Erfahrungsberichten, was emotional überzeugt, aber punktuell theologisch noch tiefer hätte ausgearbeitet werden können. Die apologetische Argumentation ist solide, bleibt aber an einigen Stellen eher populär als systematisch-theologisch. Zudem besteht die Gefahr, dass komplexe Einzelfälle zu schnell unter ein einheitliches Deutungsmuster gestellt werden. Die Anregungen zum Umgang mit Betroffenen fallen zudem teilweise oberflächlich aus; hier ist es sinnvoll, ergänzend auf fundiertere seelsorgerliche und apologetische Beiträge, etwa von Markus Till und DanielOption, zurückzugreifen.

Wie kann ich das Werk nutzen?
Das Buch eignet sich sehr gut für die persönliche Auseinandersetzung mit Glaubenszweifeln sowie als Grundlage für Gespräche mit Betroffenen. Es liefert klare Kategorien, um Denkfehler zu erkennen, und hilft, Gespräche nicht emotional, sondern biblisch fundiert zu führen. Für die Gemeindearbeit bietet es konkrete Impulse, wie man präventiv lehren und seelsorgerlich begleiten kann.

Was bleibt?
Das Buch bringt Klarheit in ein oft diffus behandeltes Thema. Es zeigt nüchtern: Dekonstruktion ist selten neutral, sondern meist ein Weg weg von der Autorität der Schrift. Gleichzeitig ruft es dazu auf, nicht hart, sondern wahrhaftig und liebevoll zu reagieren. Wer standhaft im Glauben bleiben will, braucht nicht weniger, sondern mehr Bindung an Gottes Wort. Genau dazu motiviert dieses Buch.

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