Was aus ihnen wurde

Persönlichkeiten des Neuen Testaments in nachbiblischer Zeit
Bryan Litfin
Was aus ihnen wurde

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Persönlichkeiten des Neuen Testaments in nachbiblischer Zeit
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  • 271149000
  • 978-3-86353-149-2
  • CV Dillenburg
  • 1. Oktober 2015
  • 256
  • Paperback, 13,5 x 20,5 cm
Haben Sie sich auch schon gefragt, was mit den Hauptakteuren der frühen christlichen Gemeinde... mehr

Haben Sie sich auch schon gefragt, was mit den Hauptakteuren der frühen christlichen Gemeinde passiert ist, nachdem die Berichterstattung im Neuen Testament endete? Dieses Buch erhellt die Sicht auf das Schicksal von Personen wie Matthäus und Paulus, aber auch von weniger bekannten wie z.B. Bartholomäus. Der Autor untersucht antike Schriften und versucht, Fakten von Fiktion und Lebenswirklichkeit von Legenden zu unterscheiden. Er schließt dabei dem Leser ein Fenster auf zur Frömmigkeit der frühen Kirche. Verschaffen Sie sich fundierte Kenntnis über die neutestamentlichen Vorbilder des Glaubens und was Sie von ihnen in Erinnerung halten sollten.

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Kundenbewertungen für "Was aus ihnen wurde"
02.01.2020

Leicht fragwürdiges Inspirationsverständnis

Bekanntlich versucht sich Amerika derzeit durch Zölle vor zu viel Import zu schützen. Das gilt auch für deutsche Produkte. Schade, dass es solche Mittel nicht auch für zweifelhafte theologische Ideen gibt. Denn da ist Deutschland als Brutstätte der historisch-kritischen Methode ein Exportweltmeister. Nicht umsonst haben bibeltreue Amerikaner immer wieder vor der deutschen Theologie gewarnt. Beispiele dieser Ideen sind das sogenannte synoptische Problem und die Zweiquellentheorie, die im 18. und 19. Jahrhunderts von bibelkritischen Deutschen entdeckt oder frecher ausgedrückt erfunden wurden. Die Zweiquellentheorie besagt, dass Matthäus und Lukas das Markusevangelium als Quelle benutzt und daneben von einer weiteren Quelle (Q) Gebrauch gemacht hätten (siehe Eta Linnemann https://www.leseplatz.de/buecher/buecher-zur-bibel/thema-bibel/726/gibt-es-ein-synoptisches-problem Seite 22 der 3. Aufl.). Damit sei nun das synoptische Problem gelöst. Und nun wird uns die Zweiquellentheorie von dem amerikanischen Theologen Bryan Litfin aufgetischt. Er möchte damit erklären, wie Matthäus und Lukas ihr Evangelium zusammengetragen haben, ohne dabei Zweifel an der Wahrheit ihrer Aussagen wecken zu wollen. Für mich hat dieser Re-Import aus Amerika aber einen sehr faden Beigeschmack, zumal Eta Linnemann deutlich gezeigt hat, wie haltlos die Vorstellung des synoptischen Problems eigentlich ist (vgl. vorhin verlinktes Buch).
Überhaupt finde ich die Ausführungen zur Entstehungsgeschichte der biblischen Bücher sehr enttäuschend. Mehrfach werden komplexe redaktionelle Prozesse angenommen. Die biblischen Autoren wie Johannes lieferten demgemäß die urspünglichen Versionen und leiteten die Überarbeitungen durch Teams. Sie sind also nur die "federführenden" Autoren. Dem Heiligen Geist kommt dabei die Aufgabe zu, den redaktioniellen Prozess zu inspirieren. Oder um es mit meinen Worten auszudrücken: Der Heilige Geist wirkte bei der Bibelerstellung eigentlich nur durch die Vorsehung.
Aber in was für eine Nebenrolle wird da der Heilige Geist gepackt? Ist nicht auch der Heilige Geist Gott, der die Bibelerstellung mit übernatürlichen Mitteln voranbringen konnte? Er erinnerte die biblischen Verfasser genau an Jesu Worte (Johannes 14,26), die sie von Natur aus teilweise wieder vergessen hätten. Und er konnte genausogut auf den griechischen Sprachstil eines Johannes einwirken, damit die Offenbarung anders klingt als das Johannesevangelium. Wenn wir wirklich an diesen Gott glauben, dann müssen wir uns keine komplexen redaktionelle Prozesse vorstellen. Nur lässt sich das Wirken des Heiligen Geistes eben nicht mit unserer menschlichen Erfahrung in den heutigen natürlichen Umständen vergleichen.
Würde ich nun den Verfasser als Bibelkritiker bezeichnen? Das nun auch nicht. Er bekennt sich durchaus dazu, dass die "Heilige Schrift zweifelsfrei wahr" sei (Seite 26). Allerdings gibt mir seine Definition von "wahr" zu denken, die wiederum viel zu viel Spielraum lässt. Wörtlich schreibt er auf derselben Seite: "Zu behaupten, eine biblische Aussage sei "wahr", bedeutet, dass sie gemäß der Weltsicht eines antiken Menschen zutreffend ist." Zudem meint er, dass die Bibel den endgültigen Maßstab für den rechten Glauben darstelle. Ich frage mich: Beschränkt er die Wahrhaftigkeit der Bibel damit auf den rechten Glauben?
Die fragwürdigen Auswirkungen auf die Entstehungsgeschichte der biblischen Bücher habe ich oben schon gezeigt. Wenigstens verlegt er die Entstehung der biblischen Bücher nicht in spätere Jahrhunderte und zweifelt auch nicht an der Historizität der beschriebenen Ereignisse wie es echte Bibelkritiker tun würden.
Jetzt ist aber genug geschimpft! Man verzeihe es mir, ich komme aus Württemberg, wo es heißt: "Net gschmimpft, isch gnug globt!"
Positiv erwähnen möchte ich, dass das Buch ein guter Einstieg in die früheste Kirchengeschichte ist: Dieser spannende Übergang von der Zeit der biblischen Berichte zu den späteren Kirchenvätern. Hilfreich sind für den interessierten Leser auch die Quellenangaben im Internet. Der Verlag hat sich dabei extra die Mühe gemacht, die Quellen auf der deutschen Internetseite https://www.unifr.ch/bkv/ ausfindig zu machen.
Daneben wird mit manch einer Legende aufgeräumt, die sich in späteren Jahrhunderten um die biblischen Personen gebildet haben. Allen voran Maria leidet ja bekanntlich darunter. Nur bei Petrus hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht.
Behandelt werden übrigens 9 Personen und eine Personengruppe, die große Bedeutung in der Bibel haben und zu denen es auch genügend außerbiblische Quellen gibt.
Jedes Kapitel enthält am Anfang eine Hinführung, die nicht direkt etwas mit dem Thema zu tun hat. Das sind irgendwelche persönlichen Anekdoten, interessante Fakten und dergleichen. Sie dienen quasi als Appetithappen und sind in der amerikanischen Literatur üblich. Mein Einstieg in die Rezension ist auch so ein Beispiel. Mich persönlich nervt das aber manchmal und ich denke: Komm zum Punkt und spar dir die Zeilen! Aber das ist natürlich eine Geschmacksfrage.
Fazit: Das Buch bietet interessante außerbiblische Informationen über biblische Personen und gibt die Möglichkeit zu eigenen Nachforschungen. Das Inspirationsverständnis des Verfassers würde ich aber mit Vorsicht genießen. Diese Bewertung gilt jedoch nicht für den herausgebenden Verlag als Ganzes. Der CV Dillenburg hat erst kürzlich ein sehr gutes Buch über die Bedeutung der Bibel herausgegeben: https://www.leseplatz.de/buecher/buecher-zur-bibel/thema-bibel/7852/allein-die-schrift.

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