Der Siegeszug des modernen Selbst

Kulturelle Amnesie, expressiver Individualismus und der Weg zur sexuellen Revolution

Der Siegeszug des modernen Selbst

Kulturelle Amnesie, expressiver Individualismus und der Weg zur sexuellen Revolution

26,90 €*

Artikel-Nr 865202200
ISBN 978-3-98665-022-3
Verlag Verbum Medien
Seiten 524
Erschienen 31.10.2022
Artikelart Hardcover, 15 x 22 cm

Die moderne Kultur wird zunehmend von Fragen und Antworten rund um die sexuelle Identität beeinflusst – ob im öffentlichen Diskurs oder bei kulturellen Trends. Jedes gesellschaftliche Phänomen hat seine historischen Wurzeln. Von Augustinus, über Rousseau bis hin zu Marx oder Freud sind unterschiedliche Auffassungen des Selbst vorgestellt worden. Im 20. Jahrhundert wurden diese Konzepte des Selbst nicht nur psychologisiert und eng mit der Sexualität verschränkt, sondern unter dem Einfluss von Leuten wie Reich, Marcuse und anderen ebenfalls zu einer politischen Angelegenheit gemacht. Der Historiker Carl Trueman untersucht in seinem Buch "Der Siegeszug des modernen Selbst" die Sichtweisen auf das "Selbst", die schlussendlich zur sexuellen Revolution beigetragen haben und seitdem tief in unsere Alltagskultur eingeschrieben sind. Er greift dabei auf Analysen des Philosophen Charles Taylor, des Soziologe Philip Rieff und des Ethikers Alasdair MacIntyre zurück. Trueman gibt einen äußerst hilfreichen Überblick über die Vergangenheit, bringt Klarheit in die Gegenwart und vermittelt Orientierungs- und Argumentationshilfen im Blick auf die Zukunft. Für Christen, die sich in der Kultur einer sich ständig verändernden Suche nach Identität bewegen und bewähren müssen, ist das ein wichtiges Werk.

"Dies ist ein bezeichnend brillantes Buch von Carl Trueman. Es wird der Kirche helfen zu verstehen, warum Menschen glauben, dass sexuelle Unterschiede eine Frage der psychologischen Entscheidung sind." - Rosaria Butterfield (Offene Türen öffnen Herzen, CV)

Carl Trueman ist Professor für Biblische und Religiöse Studien am Grove City College (USA). Er ist freier Redakteur bei First Things, ein geschätzter Kirchenhistoriker und arbeitet als Wissenschaftler am Ethics and Public Policy Center. Trueman hat zahlreiche Bücher verfasst oder herausgegeben.
Titel des englischen Originals: The Rise and Triumph of the Modern Self

 

Autor: Carl R. Trueman

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02.03.23 21:43 | Jan Klein

Eine große Hilfe!

„ Naja, also meine Schwester ist eben schon seit vielen Jahren lesbisch. Was sagt eure Religion dazu?“ Das nette gemeinsame Abendessen war kaum fünfzehn Minuten alt, als unsere höfliche Gastgeberin uns vor diese berüchtigte Tretmine stellte. Früher oder später musste die Frage ja auch kommen. „Ihr seid ja Christen. Was denkt ihr zu…?
Zweifelsohne ist der prominenteste und zugleich kontroverseste Konfliktpunkt zwischen biblischem Christentum und säkularem Zeitgeist genau dieser: Sexualität – und alle damit verbundenen Fragen nach Moral und Identität.
Schaut man ein paar Jahrzehnte, oder auch nur ein paar Jahre zurück, muss unweigerlich die Frage in einem hochkommen, wie um alles in der Welt wir nur da bruchlanden konnten, wo unsere gegenwärtige Kultur sich derzeit befindet.
Wie kommt es, dass unsere Zeit moralisch derart durcheinander gewirbelt werden konnte? Wie nur sollen wir als Christen in so einer Welt leben und Zeugnis sein?
In dieser aktuellen Neuerscheinung mit dem etwas sperrigen Titel „ Der Siegeszug des modernen Selbst“ untersucht der christliche Historiker Carl Trueman genau diese Fragen; und das mit meisterhaftem Geschick für sein Handwerk. Im Vorwort erklärt Trueman: „ Die Ursprünge dieses Buches liegen in meiner Neugierde. Ich wollte wissen, wie es sein kann, dass folgende Aussage heute stimmig erscheint: Ich bin eine Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist.“
Truemans These lautet: Die sexuelle Revolution und ihre neuesten Ausprägungen ist die (leider) logische Konsequenz des Zusammenkommens drei wichtiger Verschiebungen im Denken der Menschen, welche tiefe historische Wurzeln haben:
•​Persönlichen Sinn und Erfüllung findet man in seinem tiefsten Inneren.
•​Unser tiefstes Inneres ist im Grunde genommen sexuell.
•​Sex ist politisch von absolut entscheidender Bedeutung.

Nach einem ausführlichen (und daher etwas zähen) theoretischen Teil, in dem Trueman seine Methode und wichtige Begriffe erklärt, werden diese Faktoren nacheinander in drei Hauptkapiteln ausführlich behandelt. Mit großem denkerischen Können, einer Prise auflockerndem Humor und aufrichtiger Selbstkritik nimmt Trueman den Leser mit auf eine Achterbahnfahrt der letzten 300 Jahre Geistesgeschichte.
Durchs ganze Buch zieht sich ein klarer roter Faden, der mit zahlreichen und sehr lehrreichen Nebensträngen verbunden wird, die mit Truemans Hauptthese zusammenhängen; eine Auswahl: Woher kommt der heute so allgegenwärtige Individualismus?
•​Warum waren die ersten erklärten Erzfeinde der Ehe englische Dichter?
•​Warum hat ein Karl Marx die Familie abschaffen wollen?
•​Wie konnte ein Sigmund Freud Selbstbefriedigung und Sexualität vom frühen Kindesalter an normalisieren?
•​Wie kommt es, dass heute die meisten persönlichen Probleme auf die Psyche geschoben werden?
•​Warum glaubte ein Wilhelm Reich durch völlig enthemmte Sexualmoral den Faschismus aufzuhalten?
•​Wie konnte ein Hugh Heffner Pornographie normalisieren?
•​Warum ist es für einen Peter Singer unter Umständen okay, Kinder sogar nach der Geburt zu töten?
•​Warum ist unsere Zeit insgesamt gefühlt so antichristlich?

Es irritiert ein wenig, dass gerade Rod Dreher, ein bekennender Griechisch-Orthodoxer, zu diesem Buch das Vorwort schreiben durfte; ist Trueman selbst doch ein ziemlich standfester Pro-testant. Galt hier vielleicht „ Der Feind meines Feindes ist mein Freund“?
Auch wenn Trueman ein Werk von Papst Johannes Paul II über den Leib empfiehlt, hätte ein kurzer abgrenzender Kom-mentar gutgetan.
Zugegeben, das Buch ist zudem ein ganz schöner Wälzer. Gerade der theoretische Teil zu Beginn des Buches verlangt einiges an sturer Lesedisziplin.
Truemans Buch ist in zweifacher Weise ein Augenöffner: Mit jeder gelesenen Seite fällt auf, wie sehr wir Christen vom Zeitgeist durchtränkt sind. Aber auch, wie selbst für unsere schräge Zeit nach wie vor Jesus Christus die einzig richtige und einzig rettende Antwort ist.
Für Menschen, die über Jahrhunderte hinweg dahingehend geprägt wurden, in sich selbst reinzuhorchen, um nach Glück und Sinn zu suchen kann es keinen befreienderen Blick geben als auf den „ Sohn, der wirklich frei macht“. Doch dazu müssen wir Christen verstehen, wie unsere Zeit tickt, und vor allem, warum sie so tickt. Dazu ist Truemans Buch eine großartige Hilfe.
Zurück zum Gespräch beim Abendessen: „ Was sagt eure Religion dazu?“ – „Naja, eine ganze Menge!“

18.01.23 16:42 | Thimo Schnittjer

Eine sehr gute Analyse eines aktuellen und relevanten Themas

Carl R. Trueman, Historiker und Theologe, hat mit diesem Werk, welches im Jahr 2020 zunächst in Englisch veröffentlicht wurde, eine bedeutende Analyse des modernen Selbst vorgelegt. Das Werk fand weite Verbreitung (vgl. z.B. die ungewöhnlich hohe Bewertungsanzahl bei Amazon) und traf offenbar den Nerv der Zeit. Die Übersetzung ins Deutsche ist aber nicht nur deshalb, sondern gerade wegen der starken Analyse sehr zu begrüßen.

Grundlegend für Truemans Darstellung sind die Forschungserträge des Philosophen Charles Taylor, des Soziologen Philip Rieff und des Ehtikers Alasdair MacIntyre. Von Charles Taylor übernimmt er u.a. die Erkenntnis, dass die westliche Weltsicht die Welt nunmehr als Rohmaterial begreift, „aus dem sich das Individuum Sinn und Bedeutung erschaffen kann“ (S. 47), ganz im Gegensatz zur früheren Sichtweise, wonach die Welt eine Ordnung und einen Sinn habe, die es zu ergründen gelte (sog. Übergang von der mimetischen zur poietischen Sichtweise).

Rieff dagegen beschreibt die Kultur des Menschen mit verschiedenen Typen. Der momentan vorherrschende Menschentyp sei der des „psychologischen Menschen“, der seine Identität „durch die nach innen gerichtete Suche nach persönlichem Glück“ (S. 54) finde. Die (moderne) Sinnstiftung, eigenen Gefühlen und Wünschen Ausdruck zu verleihen, bezeichnet Taylor als expressiven Individualismus. Die therapeutischen Bedürfnisse des Menschen stehen bei dieser Weltsicht im Mittelpunkt.

Diese Weltsicht hat weitreichende und ernstzunehmende Folgen für die Gesellschaft. Traditionelle Moralvorstellungen werden als problematisch angesehen, weil sie den inneren Wünschen im Wege stehen. Auch Meinungs- und Redefreiheit werden als Unterdrückungsmittel verstanden (so z.B. bei Herbert Marcuse), wie sich in der Diskussion um die Wortneuschöpfung „Hassrede“ zeigt. Rieff beschreibt deshalb die aktuelle Situation nicht als Kultur, sondern als Antikultur, die darauf ausgerichtet ist, traditionelle Ordnungen bewusst zu destabilisieren bzw. zu zerstören. Später bezeichnet Trueman sie auch als antihistorisch, weil sie auf verschiedene Art und Weise Gegebenheiten zu vergessen machen sucht (S. 114ff.).

Von MacIntyre greift der Autor den sog. Emotivismus als Gesellschaftstheorie auf. Dieser lehrt, dass „alle wertenden Urteile oder genauer alle moralischen Urteile nur Ausdruck von Vorlieben, Einstellungen oder Gefühlen sind, soweit sie ihrem Wesen nach moralisch oder wertend sind“ (S. 98). Trueman kommt, kurzgefasst, zu dem folgerichtigen Ergebnis, dass diese Gesellschaftstheorie erklärt, warum wir heute nicht mehr in der Lage sind, sinnvolle ethische Diskussionen zu führen. Jede Seite neige dazu, den Emotivismus als Gesellschaftstheorie polemisch gegen ihre Gegner einzusetzen (S. 101).

Nach der wichtigen Grundlegung analysiert Trueman einzelne Puzzlestücke der Geschichte, die zum Gesamtbild des modernen Selbst beigetragen haben. Er beginnt mit Rousseau, der den Menschen im Gegensatz zur augustinischen Sicht als von Natur aus gut begreift und der lediglich durch die Kräfte der Gesellschaft korrumpiert werde. Seine Sichtweise, dass der Einzelne am besten sei, wenn er in Übereinstimmung mit seiner Natur handelt, wurde prägend und von weiteren Philosophen verfeinert. Die Romantik verbinde Poesie, Ethik und Ästhetik und befürworte eine Rückkehr zu den natürlichen Reizen, während gleichzeitig das Christentum als Freiheitszerstörer verstanden werde.

Konsequent dachten Denker wie Nietzsche, Marx oder Feuerbach das Sein ohne Gott weiter. Im Ergebnis sei die Abschaffung der Religion die Voraussetzung für wahres Glück, da sie in einer unglücklichen Welt ein falsches Glücksgefühl biete (S. 214).

Von Sigmund Freud kommt der Gedanke, dass der Mensch durch sein sexuelles Begehren definiert wird. Sex bestimmt danach, wer wir sind, als Individuen, als Gesellschaften und als Gattung (S. 263).

Nach der Sexualisierung des Selbst beschreibt der Autor die Politisierung von Sexualität. Das Konzept verschiedener Ansätze der sog. Kritischen Theorie versteht die vorherrschende westliche Darstellung von Wahrheit als ideologisches Konstrukt, das die Machtstruktur des Status quo bewahren soll. Ziel der Anhänger der Kritischen Theorie ist es, diese Machtstrukturen zu destabilisieren. Die traditionelle patriarchalische Familie wird als eine Einrichtung verstanden, die der Unterdrückung dient, weswegen sie als Institution von linken bzw. marxistischen Kreisen als problematisch betrachtet wird. Nach Wilhelm Reich soll der Staat eingesetzt werden, um Familien zu zwingen und, wo nötig, diejenigen zu bestrafen, die mit der geplanten sexuellen Befreiung nicht einverstanden sind (S. 282). Auch die biologischen Komponenten des Menschen werden als Tyrannei begriffen. Simone de Beauvoir, die zwischen gender und sex trennt, versteht den Körper als etwas, das es zu überwinden gilt. Seine Autorität sei abzulehnen.

Im vierten Teil des Werkes zeigt der Autor weitere erschreckende Entwicklungen auf. Mit dem Siegeszug der Pornographie wurde Sexualität von der realen körperlichen Begegnung gelöst und der Mensch als Mittel zum Zweck reduziert. Moderne Denker wie Peter Singer sehen den Menschen nicht mehr als besondere Spezies. Kennzeichnend für das Personsein seien Bewusstsein und Autonomie, was bei Kindern im Mutterleib nicht der Fall sei. Interessant ist in diesem Teil die Analyse Truemans, wonach die LGBTQ+-Bewegung keinesfalls eine homogene Gemeinschaft sei. Während die Lesbenbewegung einerseits und die Schwulenbewegung andererseits, die sich ebenfalls in den Anfängen deutlich ablehnend gegenüberstanden, noch durch die Denkkategorien „männlich“ und „weiblich“ geprägt waren, basieren Transgenderismus und Queer-Theorie auf der grundsätzlichen Leugnung des festen Charakters des Geschlechts. Die Auflösung sämtlicher Geschlechtskategorien wird z.B. bei Judith Butler deutlich, für die Geschlecht ein Tun und kein Sein ist, kein ontologischer Status, sondern eine Performance.

In einem „unwissenschaftlichen Prolog zum Ausgang“ gibt Trueman erste Ansätze, wie Christen diesem neuen säkularen Zeitalter begegnen können.

Das Werk ist wegen seiner sorgsamen und fairen Art der Darstellung nicht nur für Christen sehr zu empfehlen. Sowohl der Umfang als auch die wissenschaftliche Sprache und die erschreckenden Analysen werden einige Leser sicherlich stark beanspruchen. Ergänzend zu dem Werk wird der Leser die aktuellen Geschehnisse wie z.B. die Corona-Jahre und die Klimabewegung einordnen müssen. Die Sehnsucht nach einem starken Staat, der vor allem die Gesundheit des Menschen schützen soll, fällt ebenso unzweifelhaft auf wie die Sehnsucht nach einer allumfassenden Moral, die in der Klimabewegung gewisse transzendente Züge erkennen lässt. Es bleibt mit dem Autor zu wünschen, dass das Werk als eine Art Vorrede zu den Diskussionen, die Christen und andere über die dringendsten Fragen unserer Zeit führen sollten (S. 37), begriffen wird. Hilfreich wäre es, die roten Linien des Werkes in vereinfachter Weise zu verbreiten.

06.01.23 22:31 | Marcel Haldenwang

Die Stunde von Nietzsches "tollem Menschen" hat geschlagen. Wohin uns unsere Gottvergessenheit führt.

Thema

Der Kirchenhistoriker Carl R. Trueman untersucht in seinem ca. 500 Seiten starken Buch, wie das moderne Selbst (besser: Subjekt) zu dem werden konnte, was es heute ist: eine gänzlich von der Sexualität bestimmte psychologische Identität, die als durch und durch formbar gilt. Unter dem Aspekt ist für Trueman die Transgender-Ideologie nur der vorläufige Kulminationspunkt des „expressiven Individualismus“ und eines Menschenbildes, dem jede transzendente Referenz und metaphysische Verankerung abhandengekommen ist.

Inhalt

Obwohl Historiker, stellt T. seinem Buch drei theoretische Konzepte voran: Angelehnt an den Philosophen Charles Taylor, den Soziologen Philip Rieff und den Ethiker Alasdair MacIntyre entfaltet er zunächst die Begriffe „expressiver Individualismus“, „Emotivismus“, „Antikultur“ und „Mimesis vs. Poiesis“. Schließlich unterscheidet er drei Stadien der Menschheitsgeschichte, die sog. erste, zweite und dritte Welt bzw. das Zeitalter des politischen, religiösen, ökonomischen und schließlich des psychologischen Menschen, wobei Vertreter der zweiten und dritten Welt jede Basis für eine Verständigung abhandengekommen ist.

Nach T. beginnt die Entwicklung hin zum Subjektivismus mit René Descartes und seinem „Ich denke, also bin ich“, weil damit das erkennende Subjekt in den Mittelpunkt gestellt worden sei. Diesem Befund schließt sich ein sehr prägnanter Vergleicher zweier Genfer Persönlichkeiten an: der Vergleich der biblischen Anthropologie eines Augustinus mit der von Jean-Jacques Rousseau, der ganz im Geiste der Aufklärung davon überzeugt war, dass die Natur gut und der Mensch in seinem unschuldigen Urzustand nur aufgrund der Gesellschaft im Laufe seines Lebens korrumpiert werde.

Anschließend widmet T. sich der englischen Romantik, die ihre Zuflucht ebenfalls in der Natur und der unverfälschten Empfindung gesucht habe (Percy Bysshe Shelley, William Blake, William Godwin, William Wordsworth). Vehement habe Shelley Religion und Ehe abgewertet. Moral sei in dieser Zeit durch Ästhetik, Wahrheit durch Geschmack ersetzt worden.

Es folgt ein sehr pointierter Überblick über Friedrich Nietzsches Werk, der kein Nihilist gewesen sei, sondern die Aufklärung nur auf die Konsequenzen ihrer Überzeugungen hingewiesen habe und darauf, dass man Gott nicht für die Erkenntnistheorie abschaffen (David Hume), aber für die Moral beibehalten könne. Der kategorische Imperativ und die Rede vom „Ding an sich“ (Immanuel Kant) dürften nicht dafür herhalten, die eigenen persönlichen Vorlieben durchzusetzen. Mit Ludwig Feuerbach ist er der Meinung, dass Gott als Begründung für Moral Gott bereits voraussetzt; Moral ist nach Nietzsche hingegen genealogisch.

In dem Kapitel zu Karl Marx arbeitet T. heraus, dass Marx zwar die Dialektik Hegels übernommen, dessen Idealismus jedoch in seinem Materialismus auf den Kopf gestellt hat. Während nach Hegel der Geist und die Ideen die Wirklichkeit formen, formen nach Marx die Verhältnisse die Ideen und das Selbstbewusstsein. Dazu gehört nach Marx auch die Religion als Unterdrückungsinstrument.

Charles Darwins Evolutionstheorie – von deren Unvereinbarkeit mit dem biblischen Schöpfungsbericht T. dezidiert überzeugt ist (vgl. S. 222) – habe der Welt ihre Teleologie genommen und damit der Metaphysik einen weiteren Schlag versetzt.

Während Rousseau und die Romantiker noch den Sinn und die heilige Ordnung in der Natur vermuteten, nahmen Nietzsche, Marx und Darwin der Welt gänzlichen ihren Sinn. Sinn muss durch Selbsterschaffung wiedergewonnen werden. Das ist der Beginn der dritten Welt (s. o.).

Hiernach wendet sich T. Siegmund Freud zu, dessen Psychoanalyse heutzutage zwar kaum mehr beachtet werde, der als Kulturphilosoph jedoch immensen Einfluss gehabt habe und noch habe. Ethik ist auch bei Freud nur noch eine Frage des Geschmacks, der wiederum gesellschaftlich konditioniert ist – was bei Nietzsche die „Herdenmoral“, ist bei Freud das „Über-Ich“ –, d. h. sie hat keinerlei transzendente, objektive Grundlage mehr.

Die Frankfurter Schule schließlich, auf der Suche nach Antworten auf die Frage, wie sich das „Dritte Reich“ und der Holocaust ereignen konnten, verbanden Marx und Freud. Die Unterdrückung wird nun psychologisiert und sexualisiert. Die repressive Sexualität und die traditionelle Familie werden nun als Instrument der Kirche und der Ausbeutung verstanden. Familie ist demnach ein autoritärer Ministatt, der auf Faschismus und Nationalismus vorbereitet. Der Staat ist also aufgefordert, in die Familie einzugreifen und „Missbrauch“ – ein Begriff, der eine unscharfe Ausweitung erfährt – und Repression zu unterbinden.

Ausführlicher wendet sich der Autor Wilhelm Reich und Herbert Marcuse zu. Für beide ist politische Freiheit sexuelle Freiheit und wird die Gesellschaft mit dem Aufbegehren gegen die heterosexuellen Normen der Gesellschaft besser. Als augenöffnend empfinde ich T.s Ausführungen zu Marcuses „repressiver Toleranz“, die Rede- und Versammlungsfreiheit nur den genehmen Meinungen zugesteht.

Der Existentialist Jean-Paul Sartre hat mit seinem Diktum, das Sein gehe dem Wesen, die Existenz der Essenz voraus, das neue Selbst-Verständnis auf eine griffige Formel gebracht. Seine Partnerin, die Feministin Simone de de Beauvoir, verwies auf den Unterschied zwischen sozialem und biologischem Geschlecht. Die Feministin Shulamit Firestone nimmt in ihrer Hoffnung, die Tyrannei der Biologie und der biologischen Familie zerschlagen zu können, schon 1970 (!) die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin vorweg.

Wesentlich wirkmächtiger als die Bücher der o. g. Theoretiker hätten jedoch die sexualisierten Bilder des Surrealismus und die Popkultur (Playboy, Reality-TV u. ä.) sowie die Pornografie dem Christentum und seiner Vorstellung von Familie und Moral Schaden zugefügt. Gerade der massenhafte und durch die Anonymität des Internets befeuerte Konsum von Pornografie sei als Indiz einer Abkehr von jeder „heiligen Ordnung“ zu werten, als Übergang zur „Antikultur“.

Einschlägig untersucht T. amerikanische Gerichtsurteile zu den Themen Abtreibung und Homo-Ehe und weist in den jeweiligen Argumentationen präzise nach, wo das therapeutische und plastische Menschenbild zum Tragen kommt. Wenn der Zeitgeschmack darüber befinde, was Ehe sei, dann sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Beziehungsformen unter den Begriff der Ehe fielen. Den Ehe- und Familienbegriff derart auszuweiten komme einer Abschaffung dieser „heiligen Ordnung“ und einer kulturellen und historischen Amnesie gleich.

Peter Singer stellt T. uns als lebenden Vertreter des von Nietzsche entworfenen „tollen Menschen“ vor, weil dieser zu Ende denkt, wohin eine Ethik führt, die jeder Transzendenz entbehrt. Singer weist nach, dass alle Versuche, Abtreibung zu legitimieren, scheitern, sofern man dem ungeborenen Kind qua Speziesismus das Person-Sein zuspricht. Für ihn machen erst Bewusstsein, Autonomie und Rationalität den Menschen zur Person. Und mit dieser Logik schlägt er vor, Kinder bis zum Erreichen dieses Zustandes ebenso wie Demenzkranke Tieren gleichzusetzen. T. weist darauf hin, dass Singer hier konsequent das Kriterium, wonach ausschlaggebend ist, was dem Glück der Eltern und dem psychologischen Selbst dient.

Schließlich wendet sich T. der Funktion des Bildungswesens zu im Zusammenhang mit dieser Entwicklung. Der krasse Subjektivismus zeigt sich laut T. auch bei radikalen Studentenprotesten, etwa wenn Rednern, die die Fluidität der Sexualität bestreiten, die Meinungsfreiheit abgesprochen werde.

Den letzten Teil des Buches widmet T. der LGBTQ+-Bewegung, die er für den vorläufigen Kulminationspunkt der radikalen Selbsterschaffung, des expressiven Individualismus, des psychologischen Selbst und der ästhetischen Ethik hält. Transgender ist Ausdruck davon, dass man dem Seelischen gegenüber dem Leiblichen Priorität gibt. Das seelische Wohlbefinden und Authentizität sind alleinige Richtschnur. Durch den gemeinsamen Opferstatus und den gemeinsamen Feind, die Heteronormativität, sowie das gemeinsame Ziel, die „Zwangsheterosexualität“ destabilisieren zu wollen, hätten homosexuell empfinde Personen mit Transgender-Personen zusammengefunden. Aus Sicht der Vertreter der LGBTQ+-Bewegung ist die Binarität der Geschlechter nur dazu da, die Heterosexualität als Norm aufrechtzuerhalten; die sexuelle Revolution muss also hier den Hebel ansetzen. Feministinnen, die daran festhalten, dass nur „gender“, nicht aber „sex“ wählbar ist (Janice G. Raymond vs. Judith Butler), würden rigoros ausgegrenzt. Eine Kehrtwende sieht T. erst in Sicht, wenn die ersten Kinder erwachsen geworden seien und zu klagen begönnen gegen das, was ihnen widerfahren ist.

Im Schlusskapitel stellt sich der Autor die Frage, wie nun die Gemeinde Jesu mit dieser Entwicklung umgehen soll. Zunächst einmal arbeitet T. heraus, dass Individualismus aus christlicher Perspektive nicht per negativ zu beurteilen sei; die Reformation habe geradezu einen Durchbruch für den expressiven Individualismus und die Religionsfreiheit bedeutet. Schon zu Anfang seines Buches hatte er herausgearbeitet, inwiefern der „psychologische Mensch“ sich auf Paulus und Augustinus berufen kann. Der Begriff der Würde sei zwar heute in aller Munde, man haben ihn aber von der Ebenbildlichkeit Gottes gekappt und psychologisiert, sodass er nichts mehr wert sei oder für den radikalen Subjektivismus missbraucht werde. Menschenwürde ohne metaphysische Anbindung sei totalitäre Anarchie. Dabei ermahnt T. die Christen, sich zunächst an die eigene Nase zu fassen und zu reflektieren, wo sie selbst dem Zeitgeist verfallen sind. Einfache, pharisäerhafte Antworten verböten sich daher. Auch wenn das moderne Selbst ein Konstrukt sei, seien die Wünsche und Bedürfnisse und Frustrationen, die daraus resultieren, ernst zu nehmen. T. ist der Ansicht, dass auch die Religionsfreiheit zunehmend unter Druck geraten könne. Insgesamt werde das Christentum zunehmend als Hort des Machtmissbrauchs geframed , „manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht“ (S. 484). Da es sich bei dem Zusammenstoß zwischen traditioneller Religion und moderner sexueller Identität um einen Zusammenstoß zwischen erster, zweiter und dritter Welt, also zwischen Kultur und Antikultur, handele, sei eine Verhandlungslösung ausgeschlossen. Der pastorale Umgang müsse nichtsdestotrotz von Barmherzigkeit geleitet sein, aber einer, die auf Überzeugungen beruhe und sich der Tatsache bewusst ist, dass christlicher Glaube dogmatisch ist. An Glaubensinhalten festzuhalten und christliche Gemeinschaft zu pflegen – gerade angesichts der Einsicht dieses Buches, dass sich das Selbst stark durch andere definiert – seien wichtige Instrumente, um sich gegenüber dem Zeitgeist zu wappnen.

Kritische Würdigung

Das Buch enthält an etlichen Stellen sehr berechtigte Sprachkritik, etwa wenn T. darauf hinweist, wie sehr sich der Zeitgeist in mit „Phobie“ endenden Zuschreiben manifestiert und nicht davor scheut, Feministinnen, die an der Binarität der Geschlechter festhalten, als „TERF“ zu beleidigen. Inklusion werde hier um den Preis von sehr viel Ausgrenzung vollzogen. Auf der anderen Seite sei man aber sehr schnell dabei, dem Gegner „Hassrede“ oder „Mikroaggression“ zu unterstellen, was mit der Ausweitung des Opfer- und Missbrauchsbegriffs korrespondiert. Die Auffassung, dass Sprache wie tätliche Gewalt zu behandeln und genauso wie Bildung reguliert werden muss, um ein falsches Bewusstsein auszumerzen, die elitäre Verachtung der Konsumkultur der einfachen Leute und die Überzeugung, über in gnostisches Wissen zu verfügen, lässt sich direkt zurückführen auf Marcuse und führt – wenn die Wahrheit mit totalitären Mitteln des Staates durchgesetzt werden soll – in den Stalinismus.

Gut durchleuchtet hat T. m. E. auch die Rolle der Kunst, besonders die des Surrealismus, und auch die der Geschichtswissenschaft. Geschichte als Unterdrückungsgeschichte und queere Geschichte zu erzählen, fülle keine Lücke, sondern sei schlichtweg ein antikultureller Impuls und Ausdruck von Geschichtsvergessenheit und kultureller Amnesie. Dieser These stimme ich zu unter dem Eindruck, dass in NRW unlängst Shakespeare aus dem Englischlehrplan der Oberstufe getilgt und durch „gender and identity“ ersetzt wurde, dezidiert zu. Treffend ist m. E. auch die Analyse von Abtreibung und Pornografie als konkrete Folgen eines Zeitgeistes, dem jeder transzendentale und metaphysischer Bezug verloren gegangen ist. Hier ähnelt seine Analyse der des Katholiken Johannes Hartl (vgl. das Buch „Eden Culture“).

Er deutet zudem an, dass die Antikultur des Westens China, Russland oder auch dem Islam nichts entgegenzusetzen hat. Auch reißt er an, welche Auswirkungen es etwa für die Demokratie haben könnte, wenn eine Mehrheit in freien Wahlen die eigenen Vorlieben überstimmt habe und diese Mehrheit dann im Sinne des Emotivismus als hasserfüllter Gegner bewertet werde; mir kamen unweigerlich Parallelen zur „last generation“ in den Sinn, die sich ja bereits heute über Recht und Gesetz glauben hinwegsetzen zu dürfen und dabei von anerkannten Professorinnen in aller Öffentlichkeit mit Formulierungen wie „Extremismus der Normalität“ Schützenhilfe erhalten (Hedwig Richter).

T. verfolgt durchgängig den Gedanken, inwiefern die Verfechter der Formbarkeit des modernen Selbst von Anfang an auf Technik gesetzt haben: zunächst auf Technik, die auch Frauen körperlich schwere Arbeit ermöglicht, schließlich auf die Pille, Abtreibung, Hormone, die Chirurgie oder die Reproduktionsmedizin und das Internet. Für die Sexualität sei heute nicht mehr die Moral, sondern die Medizin zuständig. Hier hätte ich mir gewünscht, dass er das Thema „Transhumanismus“ zumindest anreißt.

T. weist brillant nach, dass die Entwicklung des über Sexualität definierten Selbst zur Abschaffung aller vorpolitischen Räume geführt habe. Auch habe sich der Toleranzbegriff verändert: Etwas lediglich zu dulden, werde als Angriff auf die eigene Identität verstanden und nicht weniger als Akzeptanz eingefordert. Jeffersons Toleranzbegriff: „Was weder die Tasche leert noch ein Bein bricht“, müsse man tolerieren, genügt nicht mehr (vgl. S. 479).

T. weist am Bespiel von Reich, anhand der Argumentation amerikanischer Gerichte sowie anhand der Ausformulierung der Yogyakarta-Prinzipien nach, wie willkürlich die Grenzziehung gegenüber den sexuellen Praktiken ist, die als nicht mehr akzeptabel gelten. Er weist darauf hin, dass das Kriterium „Einwilligung“, „Begehren“ oder „Einvernehmlichkeit“ keineswegs ausreichen, um Pädophilie, Zoophilie oder Inzest u. a. zu missbilligen und zu sanktionieren.

Schon einleitend gibt T. zu verstehen, dass er Polemik und Kulturpessimismus vermeiden will. Auch begeht er nicht den Fehler, den Liberalismus für die Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen, im Gegenteil. Er arbeitet heraus, dass v. a. der Marxismus in der Ausprägung von Marcuse mit der Forderung nach einer „repressiven Toleranz“, die die Meinungsfreiheit nur für genehme Meinungen gelten lassen will, antiliberal ist.

Zwar bilden den Schwerpunkt der Analyse marxistische Denker und ihre Vorläufer. Aber auch auf dem rechten Auge ist T. nicht blind. Er setzt den radikalen Individualismus der libertären Rechten gleich mit dem des marxistischen Kommunitarismus (vgl. S. 401). Allerdings kommt mir dieser Gedanke – gemessen am Umfang des Buches – zu kurz. Die Delegitimation der Naturwissenschaften und die Leugnung der „Factfulness“ dieser Welt kommt von links, ist aber nach rechts „geschwappt“, wie Francis Fukuyama plausibel behauptet. Die Welle des Postfaktischen und ein Ultrarelativismus hat gerade die Frommen längst von rechts überrollt und zu krassen Fehlurteilen z. B. in Bezug auf Corona und den Angriffskrieg Putins geführt.

T. beschreibt, wie das Ästhetische das Wahre ersetzt hat. Meines Erachtens steht am Beginn die Auflösung des Wahrheitsbegriffs, was dann auch zum Zerfall des Begriffs vom Guten und Schönen führt. Ideengeschichte muss sich immer beschränken. Um die Auflösung des Wahrheitsbegriffs zu erklären, hätte ich mir gleichwohl weitere Rückgriffe in die Geistesgeschichte gewünscht und dafür eine Straffung der Paraphrasen etlicher anderer Vordenker. Der Wahrheitsbegriff bröckelte schon im Garten Eden. Zu erwähnen wären auch die Sophistik oder der Universalienstreit. Auch an Schopenhauers Erde als „beleuchteter Kugel“ mit „erstarrter, kalter Rinde“ kommt man nicht vorbei, wenn es um den Verlust von Sinn geht. Dass beim Poststrukturalismus, Postkolonialismus und der Kritischen Rassentheorie ähnliche Denkmuster greifen wie bei der Entstehung des modernen Subjekts, deutet T. zumindest an. Meines Erachtens hätten auch der Strukturalismus und der Poststrukturalismus eine stärkere Beachtung verdient gehabt, ebenso wie der Konstruktivismus.

Bei einem so umfangreichen Buch hätte ich mir ein methodologisches Kapitel gewünscht, in dem T. seine Methodik reflektiert. Gerade bei einem Buch, dass zurecht kritisiert, wie sehr heute überall Unterdrückungszusammenhänge unterstellt werden, wäre es nötig gewesen, sich selbst gegen den Vorwurf zu wappnen, einen verdeckten Verblendungszusammenhang aufdecken zu wollen.

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob frühere Zeiten weniger sexualisiert waren, etwa wenn man Sittengemälde zum Zustand Roms zur Zeit Jesu berücksichtigt. T. scheint hier selbst ambivalent zu sein (vgl. S. 244 mit 263 u. 318). Ob antike Pornografie heutiger überlegen war, weil sie Sex nicht von Transzendenz trennte (vgl. S. 358), wage ich zu bezweifeln.

Ein Bezug zu den deutschen Romantikern, v. a. Fichte, wäre sicher erhellend gewesen. T. beschreibt die Entwicklung in den USA sehr kenntnisreich. Es wäre sehr interessant, die analoge Entwicklung innerhalb der EU zu beleuchten und zu erfahren, welche Rolle der EuGH bei der Durchsetzung derselben Agenda spielt.

T. schreibt m. E. ein wenig unbedacht, seit Auschwitz und dem Kolonialismus genieße die Opferrolle „ein hohes Ansehen“ (S. 320). Der Satz klingt aber in meinen Ohren zynisch. McWhorter macht es in seinem Buch über den Wokeismus der „Erwählten“ besser, wenn er die Phasen von echter Verfolgung und Diskriminierung unterscheidet von aktuellen Diskursen, die lediglich ein Phantom bekämpfen. Auch der Bibel ist Solidarität mit (echten) Opfern nicht fremd (vgl. Spr 31,8f. u. a.).

Hartl sieht den Ausweg in einer (wie auch immer gearteten) Rückkehr in den Garten Eden. Ohne das Grundproblem der Sünde geklärt zu haben, wird dies nicht gelingen. Die Katastrophe begann mit dem Einbruch der Sünde ins Paradies. Auf diese Weise wurde die Schöpfung – und damit auch die Sexualität – doppeldeutig und vulnerabel. Am Beginn jedes Heilwerdens steht daher das geängstete Gewissen, das unter dem Kreuz Vergebung findet und heil wird. T. verspricht sich viel von einer Rückkehr zum Naturrecht (vgl. S. 489). Das hätte der Konkretion bedurft. Ohne Offenbarung sind wir m. E. geliefert sind.

Fazit

T.s Analyse führt schonungslos vor Augen, wohin die Gottvergessenheit unserer Zeit führt: ins völlige Chaos, wo sogar die „grundlegenste aller Zweiheiten“, die zwischen männlich und weiblich, aufgehoben wird (S. 451). Das ist die Stunde des „tollen Menschen“ (S. 458).

T.s Buch bietet keinen eschatologischen Ausblick, was man bedauern mag. Er begeht aber nicht den Fehler, den so viele Christen und Apologeten in ihrem Kampf gegen den Zeitgeist vor ihm begangen haben, nämlich – biblisch gesprochen – Fleisch zu ihrem Arm zu machen (vgl. Jer 17,5) und Schützenhilfe bei der politischen Rechten zu suchen. Im Gegenteil: Er verweist auf die Christen des zweiten Jahrhunderts und rät, sich diese zum Vorbild zu nehmen. Sie stellten eine marginalisierte Glaubensgemeinschaft dar, waren aber gute Staatsbürger, solange dies der Treue zu Jesus Christus keinen Abbruch tat. Und aus dieser Perspektive stellt sich die Misere sogar als Chance dar: sich daran zu erinnern, dass Christen Fremdbürger sind.

27.12.22 18:07 | Henrik

Verstehe das Heute

Wie kam es dazu, dass Staat, Gesellschaft, Schule, Familie und Alltag erotisiert wurden? In „Der Siegeszug des modernen Selbst“ geht Carl Trueman auf die kulturelle Amnesie sowie den expressiven Individualismus ein und zeigt den Weg der sexuellen Revolution auf.



Wer ist der Autor?

Carl Trueman ist Professor für Biblische und Religiöse Studien am Grove City College (USA). Er ist freier Redakteur bei First Things, ein geschätzter Kirchenhistoriker und arbeitet als Wissenschaftler am Ethics and Public Policy Center. Trueman hat zahlreiche Bücher verfasst oder herausgegeben.



Worum geht es in dem Buch?

Die Ausarbeitung Truemans ist ein Augenöffner, um die aktuellen Veränderungsprozesse in der Politik zu verstehen und weshalb es zur Ausbreitung des neuen Selbst kommt.



Im ersten Teil geht der Verfasser auf die Architektur der neuen Vorstellungen vom Selbst ein und zeigt auf, wie unsere westliche Kultur neu gedacht wird. Dabei wird deutlich, dass eine Identitätsrevolution im Gang ist. „Im Zeitalter des psychologischen Menschen hat sich das eindeutig umgekehrt. Befriedigung und Sinn – Authentizität – werden jetzt in der Hinwendung nach innen gefunden, und die Kultur wird entsprechend neu konfiguriert.“



In den Grundlagen stellt er den unbekannten Gesetzgeber vor, der zur Geburt eines plastischen Menschen beitrug und betont, dass das moderne Selbst und seine Kultur ihre unmittelbaren Wurzeln eindeutig in den intellektuellen Entwicklungen des 18. und 19. Jahrhunderts haben. „Wenn die Gesellschaft und Kultur nur ein Konstrukt ist und die Natur keinen inneren Sinn oder Zweck hat, dann muss der Mensch selbst Sinn erschaffen.“



Der dritte Teil richtet nun den Fokus auf die Sexualisierung der Revolution. Hierbei steht besonders Sigmund Freud im Blick, da sein Denken Zivilisation und Sex auch noch heute prägen und von der Neuen Linken aufgenommen wurde, um Sex zu politisieren. „Von dem Augenblick an, da man Identität als sexuell verstand, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Sex politisch wurde.“



Zuletzt stellt Trueman den die Siege der sexuellen Revolution des Selbst vor. Dabei konzentriert er sich auf drei Themenschwerpunkte: das Erotische, das Therapeutische und die Transgenderthematik. „Der Grundtenor der therapeutischen Gesellschaft, von ihrer Psychologisierung von Unterdrückung bis hin zu ihren historischen Erzählungen, die die Opfer der Geschichte zu den wahren Helden macht, kultiviert emotional (und daher moralische) Macht, die heute jemand einfordert, der sich als Opfer hinstellt.“



Wer sollte das Buch lesen?

Das Buch ist anspruchsvoll – ohne Frage. Einerseits wird man in philosophische und gesellschaftstheoretische Denkweisen eingeführt, andererseits werden auch historische Bezüge eingebracht. Daher sollte ein Interesse für solche Themenfelder beim Leser vorhanden sein. Dennoch gelingt es Trueman gut verständlich zu schreiben. Besonders Pastoren und Gemeindeleitern sowie Jugendleitern und Bildungsverantwortlichen ist das Buch zu empfehlen, da es gilt, die Ideen hinter den aktuellen Bestrebungen zu kennen, um aufzuklären und dies ohne Polemik.



Weshalb sollte man das Buch lesen?



Die Ausarbeitung dient als Einstieg in die Auseinandersetzung der Themenfelder, die Familie, Kultur und Nationen verändern. Trueman gelingt es dabei aufzuzeigen, dass Ideen, „die heute sowohl die bewussten Philosophien als auch die Institutionen durchdringen und damit das soziale Vorstellungsschema dominieren, tief in der Geschichte verwurzelt sind.“ Ein Glossar am Ende hilft dem Leser, sich im woken Begriffe Wirrwarr besser zurechtzufinden. Hervorzuheben ist Truemans unwissenschaftlicher Epilog zum Ausgang, der u. a. auch Zukunftsaussichten sowie Anregungen für die Christenheit beinhaltet, denn als Christen sollten wir mit den Herausforderungen in Liebe umgehen, aber klar in der Sache sein können. „Wie war das heute anstellen und wo dabei die Grenzen liegen – das sind die drängenden Fragen der Gegenwart.“

27.12.22 13:05 | Jochen Klein

Empfehlenswert

„Die Ursprünge dieses Buches liegen in meiner Neugierde. Ich wollte wissen, wie es sein kann, dass folgende Aussage heute stimmig erscheint: ‚Ich bin eine Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist‘“. So beginnt Carl R. Trueman das Buch. Und er beendet es mit dem Wunsch, dass die darin angebotenen „Narrative und Analysen“ zu den Fragen der Gegenwart ein „hilfreiches Prologomenon“ (allgemeine Grundlage) liefern. Damit haben wir bereits einen Eindruck von der Lektüre, die zunächst 2020 auf Englisch erschienen ist. Sie ist in manchem konkret, praktisch verzahnt, liefert aber einen großen theoretischen Rahmen mit zum Teil anspruchsvollen Reflexionen.

Carl R. Trueman ist Professor für biblische und religionswissenschaftliche Studien am Grove City College in Pennsylvania (USA) und Autor zahlreicher Bücher. In seinem neuesten erklärt er die Entstehungsgeschichte der aktuellen Sicht des Selbst: „Meine Aufgabe sehe ich darin, die tiefen geschichtlichen Wurzeln der Vorstellung aufzuzeigen, die heute das bewusste und unbewusste intuitive Denken der Menschen im Westen prägen und eine Erklärung dafür liefern, warum die Gesellschaft so denkt und handelt, wie sie es tut … Ich will also in erster Linie den geistesgeschichtlichen Hintergrund der modernen Revolution des Selbst dokumentieren und deutlich machen, dass die Ideen von Schlüsselpersonen, die vor langer Zeit gelebt haben, unsere Kultur auf allen Ebenen durchdrungen haben. Das fängt auf den Fluren akademischer Institutionen an und geht bis hin zum allgemeinen Lebensgefühl der Menschen.“

Trueman zeichnet in diesem Buch die Entwicklung nach, die zum „modernen Selbst“ geführt hat. Das bedeutet auch, wie es Ron Kubsch im Vorwort ausdrückt: „Warum haben wir jenen metaphysischen Rückbezug verloren, der der menschlichen Identität und Moral über Jahrhunderte hinweg den nötigen Rückhalt gegeben hat, um Festigkeit und Bedeutung zu entwickeln?“ Trueman formuliert in einem Interview : „Das Selbst wird weitgehend mit inneren, psychologischen Gedanken und Gefühlen identifiziert. Nur so konnte die Trans-Ideologie so plausibel werden. Das Personsein wird mit dem Selbstbewusstsein gleichgesetzt. So setzt sich zunehmend durch, dass Babys im Mutterleib oder Menschen mit Demenz nicht länger als Personen angesehen werden und man ihnen deswegen auch Rechte abspricht.“

Rod Dreher akzentuiert die Thematik in seinem Vorwort folgendermaßen: „Weil die Menschen Gott vergessen haben, haben sie auch den Menschen vergessen; deswegen ist all dies geschehen.“ So sei dieses Buch ein unverzichtbarer Wegweiser für die Frage, wie und warum Menschen Gott vergessen haben. Es liefere dazu „eine anspruchsvolle kulturgeschichtliche Untersuchung und Analyse“, geschrieben von je-mandem, der gläubiger Christ und Hirte sei. Trueman erkläre in diesem Buch der Kirche die Moderne. Das Problem sei nämlich: „Die heutige Welt hat einen Zustand erreicht, der in früheren Jahrhunderten den Ausruf hervorgebracht hätte: ‚Das ist die Apokalypse!‘ Doch wir haben uns an diese Art von Welt gewöhnt; wir fühlen uns sogar in ihr zu Hause“, wie es Alexander Solschenizyn treffend formuliert habe.

Im ersten Teil des Buches stellt der Autor in zwei Kapiteln grundlegende Konzepte vor, mit denen er anschließend arbeitet, um die geschichtliche Entwicklung zu ana-lysieren. Zentral sind dabei die Ideen der Philosophen Philip Rieff, Charles Taylor und Alasdair MacIntry, die die Gegebenheiten der Moderne erforscht haben. Von Rieff sind die Begriffe „Triumph des Therapeutischen“, der „psychologische Mensch“, „Antikultur“ und „Todeswerk“ bedeutend. Taylor ist wichtig, um die moderne Vorstellung vom expressiven Selbst zu verstehen. Dies erhellt u.a. die Gründe dafür, warum bestimmte Identitäten (z.B. LGBTQ+) ein so großes Prestige haben, während andere (z.B. Konservative) zunehmend ausgegrenzt werden. MacIntry schließlich zeigt, wie seit den frühen 1980er-Jahren der moderne ethische
Diskurs zusammengebrochen ist: Das Ringen beruhe nämlich letztlich auf unvereinbaren Ansätzen und Ansprüchen auf moralische Wahrheit, was aber schlussendlich nur Ausdruck emotionaler Präferenzen sei.

Der zweite Teil des Buches befasst sich besonders mit Entwicklungen im 18. und 19. Jahrhundert, ausgehend vom Denken Jean-Jacques Rousseaus über die Romantik bis hin zu Ansätzen von Friedrich Nietzsche, Karl Marx und Charles Darwin. Mit der Ära von Rousseau und der Romantik kam ein neues Verständnis des menschlichen Selbst auf, das sich auf das Innenleben des Einzelnen richtete. Daraus ging die Vorstellung hervor, dass Gesellschaft und Kultur den Menschen unterdrückten. Diese Entwicklung wurde verstärkt durch die Arbeiten von Nietzsche und Marx, die auf unterschiedliche Weise zu vermitteln versuchten, dass die Geschichte der Gesellschaft eine Geschichte von Macht und Unterdrückung sei. Dabei seien sogar Begriffe wie „die menschliche Natur“ Konstruktionen, die dazu dienten, die Unterwerfung zu stärken und aufrechtzuerhalten. Zusammen mit Darwin versuchten sie die Vorstellung zu beseitigen, dass der Mensch eine besondere Stellung oder ein besonderes Wesen habe, das sein Verhalten bestimme. Nach Trueman verlor die Welt durch diese drei Männer ihre Teleologie (Zweckbestimmung/Sinnhaftigkeit). Sie hätten ihr nämlich die metaphysischen (übernatürlichen) Grundlagen für menschliche Identität und Moral entzogen, sodass die Moral – nach Nietzsche – nur noch eine Geschmacks- oder Machtfrage sei. Weiterhin deutete Nietzsche Geschichte als eine Ge-schichte der Unterdrückung, deren Opfer die wahren Helden seien (die Parallelen zu heute sind augenfällig). Die Romantiker schließlich begründeten die Ethik in der Ästhetik, in der Kultivierung von Empathie und Mitgefühl.

Während es also im zweiten Teil des Buches um die Psychologisierung des Selbst geht, befasst sich der dritte Teil mit der Sexualisierung der Psychologie und der Politisierung des Geschlechts. Zentral ist hierfür Sigmund Freud. Indem sich marxistische Denker wie vor allem Wilhelm Reich und Herbert Marcuse sein Denken aneigneten, entstand eine ideologische Mischung aus den Bereichen Sex und Politik. Die Neue Linke, die aus ihrer Synthese hervorgeht, versteht Unterdrückung als eine grundlegend psychologische Kategorie und Sexualmoral als deren primäres Instrument. Damit ist der theoretische und moralische Hintergrund der sexuellen Revolution geschaffen.

Der vierte Teil beschäftigt sich mit verschiedenen Bereichen der heutigen Gesellschaft, um zu zeigen, wie tief die gedanklichen Entwicklungen aus dem zweiten und dritten Teil die moderne westliche Kultur verändert haben. Hier wird der Aufstieg des Erotischen anhand von Beispielen der Hochkultur (Surrealismus) und der Popkultur (Pornografie) gezeigt. Die These ist, dass der Siegeszug der Erotik die Grenzen des akzeptablen Verhaltens oder die Vorstellung von Anstand nicht nur erweitert, sondern die Grenzen in ihrer Gesamtheit abgeschafft habe.

Zum Schluss des Buches werden dann noch einige Überlegungen über die Zukunft entfaltet.

Wer sollte ein solches Buch lesen? Immerhin setzt es beträchtliche historische und geistesgeschichtliche Kenntnisse, auch die solcher Begriffe und Konzepte, voraus. – Auf jeden Fall an solchen Fragestellungen Interessierte, weiterhin unbedingt Studenten der Geisteswissenschaften.

Die Lektüre erfordert über weite Strecken ein hohes Maß an Konzentration. Hilfreich ist dabei aber die gute Gliederung, Hinführungen vor und Zusammenfassungen nach der Entfaltung der Gedanken sowie viele Wiederholungen der Grundgedanken. Die systematische Lektüre bis zur letzten Zeile lohnt sich. Eine wesentlich gestrafftere Version auf Deutsch wäre zu wünschen (auf Englisch gibt es sie schon). Fußnoten, Glossar und Register runden das anspruchsvolle Werk ab.

Insgesamt glänzt das Buch im analytischen Bereich; dabei bleibt es m.E. aber zu oft auf der beschreibenden Ebene. Eine wertendere, biblischere Argumentatonsweise, z.B. in Bezug auf die Hauptinhalte, aber auch auf Islam oder Katholizismus, wäre wünschenswert gewesen. Dies ist aber nicht der Anspruch des Buches.

In dem Interview sagte Trueman: „Ich hoffe, dass es für die Leser die Ursprünge und die Reichweite der Umwälzung deutlich macht, die sich in den letzten 50 Jahren in der Vorstellung vom Selbst auf dramatische Weise in der westlichen Kultur vollzogen hat.“ Dies kann man als gelungen betrachten.

Und beherzigen kann man seinen Rat aus dem Interview: „Lehrt und lernt den ganzen Ratschluss Gottes. Und bildet starke Gemeinschaften in den Gemeinden. Wir benötigen sowohl die Unterstützung durch die Gemeinschaft, um die Dinge zu bewahren, als auch die beständige Erinnerung durch das Wort …, dass Gott allmächtig ist und seine Gemeinde, wie er es versprochen hat, sicher nach Hause bringt. Der, der mit uns ist, ist größer als alle Kräfte, die gegen uns stehen.“

Schließlich bleibt, Autor, Verlag, Übersetzerin usw. für dieses monumentale Werk zu danken.

Jochen Klein / mehr Rezensionen auf www.denkendglauben.de

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