Das andere Weltbild
Artikel-Nr | 271917000 |
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ISBN | 978-3-86353-917-7 |
Verlag | CV Dillenburg |
Seiten | 318 |
Erschienen | 20.09.2024 |
Artikelart | Hardcover, 14 x 21 cm |
In "Das andere Weltbild" erklärt Jones den Unterschied zwischen dem, was er „Oneism“ (Einsheit) und „Twoism“ (Zweiheit) nennt. Er deckt die heidnischen Wurzeln des Einheitsdenkens auf und zeichnet dessen Verbreitung und Einfluss in der westlichen Kultur nach. Vor allem aber zeigt er uns, warum dieses Einheitsdenken niemanden retten oder die Welt wirklich verbessern kann – und was wir stattdessen brauchen.
Schlagworte: Kulturanalyse, Kulturkritik, Neues Heidentum, Sexuelle und spirituelle Revolution, Ganzheitlichkeit oder Heiligkeit?, Gottes- oder Naturverehrung?, Kompromisse mit der Kultur, C. G. Jungs neue Menschheit.
Peter Jones ist Direktor von truthXchange, einer gemeinnützigen Organisation, die Christen helfen will, das Aufkommen der neuheidnischen Spiritualität zu verstehen. Er ist außerordentlicher Professor für Neues Testament sowie Scholar in Residence am Westminster Seminary Kalifornien.
Autor: | Peter Jones |
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26.07.25 08:53 | Jochen
Lohnende Lektüre
Dieses Buch fasst die jahrzehntelange Forschungsarbeit des Autors zusammen. Er stellt nach dem Fall des säkularen Humanismus eine Rückkehr des Heidentums fest. Dabei weist er unter anderem nach, wie sehr das Denken Carl Gustav Jungs, des Begründers der analytischen Psychologie, den Westen geprägt hat. Und das, nachdem das Christentum als allgemein prägende Weltanschauung und auch der Säkularismus auf dem Rückzug waren.
Als Hauptlinie verfolgt der Autor in dem Buch, dass es grundsätzlich zwei Weltanschauungen gebe, die sich zentral in ihrem Verständnis der Wirklichkeit unterscheiden. Die grundlegenden Kategorien nennt er Einsheit (Oneism) und Zweiheit (Twoism). Darin sieht er die beiden einzigen zeitlosen, einander sich widersprechenden Möglichkeiten, über die Welt nachzudenken. Andere Ausdrücke wären Heidentum und biblische Lehre oder Monismus und Theismus. Einsheit bedeutet, dass das Universum alles ist, was es gibt, und Zweiheit, wenn Gott und die Natur die Wirklichkeit bilden. In der einen Weltanschauung ist die Schöpfung die letzte Instanz, die andere beruht auf der letztgültigen, vorgeordneten und alles bestimmenden Existenz des Schöpfers. Der Widerstreit besteht also zwischen zwei sich gegenseitig ausschließenden Glaubenssystemen.
Eine Basis für die Überlegungen des Autors ist, dass das Ziel von Amerikas zweiter Revolution, der Kulturrevolution der 1960er-Jahre, darin bestand, die Formen, Strukturen, Werte und Ethik des Status quo radikal zu verändern. Sie wollte ein neues Zeitalter einläuten: das New Age, das Wassermann-Zeitalter. Diese Gedanken hätten Folgen gehabt: Danach sei die Heiligkeit des Lebens, der Ehe, der Geschlechter und des Heiligen selbst vernichtet worden. Diese Kultur sei nicht nur postchristlich und postmodern und auch nicht nur neoheidnisch, sondern sogar neobarbarisch geworden. Die Ideen des New Age, die auch die Gegenwart dominieren, hätten ihre Wurzeln in der antiken Gnosis. Diese besondere Philosophie habe schon damals eine Form des Pantheismus oder Monismus vertreten. Dabei sei Gott „das All-Eine“, die Summe aller Dinge. Alles sei Gott, und Gott sei alles. Der Autor zeigt nun die Hauptlinien, die philosophischen Hintergründe und die kulturellen Wege, die dazu geführt haben.
Das Buch besteht aus drei Hauptteilen. Im ersten werden die utopischen Visionen der Menschheit des frühen 20. Jahrhunderts untersucht, die nach einer Befreiung von Fesseln christlich-abendländischer Werte strebten, und es wird deren Scheitern er-läutert. Dazu werden große Gegner des Christentums der Neuzeit kurz skizziert. Dabei spielen der säkulare Humanismus, der Materialismus und der Vernunftglaube eine zentrale Rolle. Sodann wird der Einfluss der heidnischen Mythologien, besonders anhand C.G. Jungs, verdeutlicht sowie dessen Diktum einer sexuellen und spirituellen Befreiung für eine gesunde Psyche hin zu einem Leben voll Glück. Dazu gehört auch die Entwicklung hin zu einer östlichen Spiritualität.
Im zweiten Teil geht es um die planvolle und schlüssige Vermittlung der Lüge und eine umfassende Begründung für Ungehorsam seitens einflussreicher Strömungen. Dabei wird auch der Marxismus behandelt, u.a. der wichtige Denker Antonio Gramsci, der seine Gesinnungsgenossen dazu drängte, die „ideologische Vormachtstellung“ durch einen „langen Marsch durch die Institutionen“ wie die Medien, die Wissenschaft und die politischen Parteien zu erreichen. So würden die Menschen dazu gebracht, in marxistischen Bahnen zu denken und zu handeln, ohne die Begriffe zu benutzen. Auch die Idee von Frances Fox Piven und Richard Cloward wird reflektiert. Sie entwickelten einen Plan, um Chaos hervorzurufen: Indem man die Regierungssysteme absichtlich bis zum Zusammenbruch überfordere, ebne man den Weg für staatliche Eingriffe und ein kollektivistisches System. Im letzten Teil des Buches nimmt der Autor eine ausführliche Bewertung aus biblischer Sicht vor, wo-bei die Themen Umkehr, Heiligkeit und Nachfolge breit ausdifferenziert werden.
Insgesamt hat das Buch 12 Kapitel. Es beinhaltet über 600 Nachweise, ein Namens- und Sachregister und ein Bibelstellenregister. Auch wenn sich die Argumentation wesentlich auf amerikanische Zusammenhänge bezieht, so gelten doch die meisten Aspekte auch für Europa. Es ist zu begrüßen, dass sich ein christliches Buch intensiv mit den mystisch-spirituellen Aspekten der heutigen Kultur beschäftigt, wird doch das 21. Jahrhundert der gnostischen Welt in den ersten beiden Jahrhunderten immer ähnlicher. Die Stärke des Buches liegt darin, dass es nicht nur beschreibt, sondern auch aus christlicher Sicht klar und ausführlich bewertet. Die Breite an Details sowie die Diskussion mancher anderen Sichtweisen mögen nicht für jeden relevant sein. Doch das Buch eignet sich auch gut, um Inhalte selektiv wahrzunehmen. Dabei hilft die sehr gute, übersichtliche Gliederung. Das Sprachniveau ist bildungssprachlich und verlangt ein gewisses theoretisches Reflexionsvermögen. Insgesamt ist das Buch aber gut lesbar und alles in allem eine hilfreiche Lektüre.
Hier noch ein paar prägnante Zitate aus dem Buch:
Ein Hauptproblem des Heidentums und des Liberalismus ist: „keine realistische Wahrnehmung des Bösen und damit einhergehend die Unfähigkeit, sich wirklich damit auseinanderzusetzen.“
Durch die Abschaffung einer endgültigen Hölle wird auch der absolute Richter beseitigt, sodass die Menschheit ihre eigene Ethik schaffen und durchsetzen muss. Dies führt zur Hölle auf Erden. Es gibt keine letztliche Gerechtigkeit oder Rechenschaftspflicht in Bezug auf das wirklich Böse mehr, sondern nur die von menschlicher Macht gesetzten Werte.
Philip Rief: Das Abendland wurde in Bezug auf Sinnlichkeit schnell wieder heidnisch.
Charles Taylor: Die gesamte ethische Haltung des modernen Menschen beruht auf und folgt aus dem Tod Gottes (und damit natürlich auch dem Tod eines bedeutungsvollen Kosmos).
Rod Dreher: Modern zu sein bedeutet, an die eigenen Wünsche als Quelle der Autorität und Selbstdefinition zu glauben.
Jochen Klein / Mehr Rezensionen auf www.denkendglauben.de
14.12.24 09:23 | Henrik
Nichts Neues unter der Sonne
Peter Jones' Das andere Weltbild ist ein herausragendes Werk, das die größte Bedrohung des Christentums in der heutigen Zeit präzise analysiert.
Wer ist der Autor?
Peter Jones ist ein Theologe, Autor und Kulturkritiker, der sich insbesondere mit den Auswirkungen moderner Weltanschauungen auf die christliche Theologie und Kultur auseinandersetzt. Er wurde in Großbritannien geboren, lebt jedoch seit vielen Jahren in den Vereinigten Staaten. Jones ist bekannt für seine profunde Kenntnis der historischen und theologischen Hintergründe des Heidentums, des Gnostizismus und moderner Denkrichtungen. Er hat mehrere einflussreiche Werke veröffentlicht. Zudem ist er außerordentlicher Professor für Neues Testament sowie Scholar in Residence am Westminster Seminary, Kalifornien.
Worum geht es im Buch?
Das Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, die systematisch die Ursprünge, Auswirkungen und Lösungen des aktuellen kulturellen Wandels beleuchten:
Historische Analyse: Jones zeigt die Wurzeln moderner Weltanschauungen auf, von der Antike über den Gnostizismus bis hin zu Denkern wie C. G. Jung.
Theologische Gegenüberstellung: Im Zentrum steht die biblische Unterscheidung zwischen Schöpfer und Geschöpf – eine grundlegende Wahrheit, die moderne Weltanschauungen systematisch leugnen.
Kulturelle Auswirkungen: Der Autor analysiert, wie das Christentum im öffentlichen Raum zunehmend unterdrückt wird und welche Folgen dies für die Gesellschaft hat.
Praktische Anwendung: Jones zeigt Wege auf, wie Christen in einer zunehmend heidnischen Kultur angemessen reagieren können – sowohl intellektuell als auch praktisch.
Jones verfolgt dabei diese Hauptthesen: Es gibt nur zwei grundsätzliche Weltbilder: Das biblische Christentum und alle anderen. Die moderne Kultur leidet unter einer Wiederbelebung heidnischer Einheit, die die grundlegende biblische Unterscheidung zwischen Gott und Mensch verwirft. Das Evangelium von Jesus Christus ist die einzige wahre Antwort auf die gegenwärtige Krise.
Mit bestechender Klarheit zeigt der Autor auf, wie der Westen einem grundlegenden Wandel der Weltanschauung unterliegt – und wie dieser Wandel auf eine Rückkehr zu alten heidnischen Denkmustern hinausläuft. Dieses Buch ist ein Schlüssel zum Verständnis unserer kulturellen Krise und bietet gleichzeitig Hoffnung und Orientierung für Christen im 21. Jahrhundert.
Wer sollte das Buch lesen?
Dieses Buch richtet sich an Christen, die die geistlichen und kulturellen Herausforderungen unserer Zeit besser verstehen wollen. Es ist besonders geeignet für Pastoren, Theologen und christliche Leiter, die ihre Gemeinden auf die geistlichen Kämpfe des 21. Jahrhunderts vorbereiten möchten. Christen, die nach einer tiefgründigen Analyse der kulturellen Veränderungen und deren Wurzeln suchen. Leser, die sich für die Schnittstellen von Theologie, Geschichte und Philosophie interessieren.
Was gibt es Kritisches?
Trotz der immensen Tiefe und Brillanz könnte die akademische Dichte des Buches für manche Leser herausfordernd sein. Während Jones eine bewundernswerte Fähigkeit zeigt, komplexe Themen zugänglich zu machen, erfordert die Fülle an historischen und theologischen Details eine aufmerksame Lektüre. Ein zusätzlicher Abschnitt mit praktischen Beispielen für den Alltag hätte den Zugang für eine breitere Leserschaft noch erleichtert.
Was bleibt?
Die Ausarbeitung von Peter Jones ist ein unverzichtbares Buch für jeden Christen, der die kulturellen Strömungen unserer Zeit verstehen und ihnen mit biblischer Klarheit begegnen möchte. Mit tiefgründiger Analyse zeigt Jones, warum das Evangelium die einzige Hoffnung für eine vom Heidentum durchdrungene Welt ist. Dieses Werk ist nicht nur eine Warnung vor der größten Bedrohung des Christentums, sondern auch eine Inspiration für Christen, die Wahrheit mutig zu verteidigen.